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Über

Josef Kammerer, bin Pfarrer in Ruhe. Habe bereits 92 Jahre auf meinem Buckel. Ich wohne im Altenheim "Bruderliebe" Herrenstr.. 12, 4600 Wels. Ich möchte Interessierte an meinen Sonntagspredigten teil nehmen lassen.

 

Alter: 92
 


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Gottes Stärke ist seine Barmherzigkeit!

Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind,
säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg.

Jesus spricht viel in Gleichnissen: Gleichnisse sind Lebensweisheiten in Form von Geschichten.
Was ist Weisheit? Sie ist Lebenserfahrung, die eine Generation der anderen weitergibt. Wir brauchen mehr Respekt vor der Weisheit unserer Vorfahren. Unsere Computer liefern eine Unmenge von Daten und Wissen, aber sie liefern uns keine Weisheit.
In der Lesung haben wir aus dem Buch der Weisheit gehört, das ist  jüngsten Buch des Alten Testaments, etwa um 50 v.  geschrieben.
Dort  heißt es:Weil du, Gott, über Stärke verfügst, richtest du in Milde“
Das ist für uns unverständlich. Gehört da nicht sofort Ordnung gemacht?
Aus menschlicher Sicht gehört das Böse entfernt, damit das Gute Bestand hat.
So einfach aber liegen die Dinge nicht. Was ist "gut", was "böse"? Wir leben immer nur in Teilwirklichkeiten, Teilerkenntnissen, Teilwahrheiten.
Es geht somit darum, dem Guten immer wieder eine Chance zu geben. Das braucht Zeit, Geduld, auch den Glauben an das Gute, Entdeckung des Urvertrauens, das jedem Menschen von Geburt an mitgegeben ist- und dann verlorengeht.
Das Evangelium gibt uns Einblick, wie Gott die Welt lenkt:
 nämlich mit einer unbegreiflichen Geduld und Nachsicht; mit einer Geduld, die auch das Unkraut wachsen lässt; oder dürfen wir sagen: mit einer Geduld, die auch dem Unkraut, dem Bösen in der Welt die Chance der Bekehrung gibt?


2.) Lasst beides wachsen bis zur Ernte.

Weil wir ganz selten die volle Wirklichkeit und Wahrheit zur Verfügung haben, mahnt Jesus zur Geduld: "Lasst beides bis zur Ernte wachsen."
Ungeduld hemmt Entwicklungen, zerstört Gutes. Das passiert leider auch in der Erziehung der jungen Menschen. So wird manches Talent, das sich zeigen kann, schon im Keim erstickt. Leider aber benötigt auch das Böse mitunter eine lange Vorlaufzeit, um als Unkraut wirksam zu werden und Schaden anzurichten.
Auch der Neid ist ein gefährliches Unkraut. Manche Menschen frisst er regelrecht auf und zerstört Beziehungen
Trotzdem legt uns Jesus Geduld nahe. Manchem reißt der Geduldfaden aber schon beim Einfädeln.
Der emeritierte Papst Benedikt brachte das auf den Punkt mit den Worten:
 Wir leiden unter der Geduld Gottes. Und doch brauchen wir sie alle. Die Welt wird durch den Gekreuzigten und nicht durch die Kreuziger erlöst. Die Welt wird durch die Geduld Gottes erlöst und durch die Ungeduld der Menschen verwüstet.

 Ein Wunder der modernen Zeit ist das Überleben des Christentums in China : Ein noch größeres Wunder ist aber das Wachstum, das die katholische Kirche in China erlebt.

In letzter Zeit ist die Zahl der Katholik/innen in China auf geschätzte 12 Millionen angewachsen, und das trotz der brutalen Verfolgung durch die kommunistischen Machathaber.

.Dennoch gibt es viele Zeichen der Hoffnung. Chinas Priester berichten von bis zu 10.000 Erwachsenentaufen jährlich. Im christlichen Abendland hören wir mehr von Kirchenaustritten!
Kurz der Sinn dieser Gleichnisse: Gottes Stärke ist seine Barmherzigkeit!

18.7.17 08:38, kommentieren

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Gott ist stärker!

Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn.
Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich
.

Wir können uns nur schwer vorstellen, wie mächtig das Wort Jesu auf die Menschenmassen gewirkt hat. Hingerissen von seinen Worten sagen sie:
denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.
Es ist eine der schönsten, aber der schwierigsten Dienste, heute Jesu Botschaft zu verkünden.
"Du predigst mehr durch das, was du bist, als durch das, was du sagst.."
Die Wahrheit muss man den Menschen hinhalten wie einen Mantel, in den sie schlüpfen möchten und nicht wie einen nassen Fetzen ums Gesicht schlagen.
Der Papst betont immer wieder, was er sich von Predigten erwartet: Sie sollen klar sein, einfach, kurz und so, dass normale Menschen sie verstehen können.

1.) Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie.
Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden,  wo es nur wenig Erde gab


Diese Erfolglosigkeit Gottes kann uns zum Ärgernis werden, denn in der heutigen Welt entscheiden Leistung, Erfolg.
Nicht die Gesinnung zählt, sondern das, was erreicht wird. Das Zauberwort von heute heißt Erfolg. Gott aber erscheint uns nicht als Gott des Erfolges. Gott trägt viele Namen, aber „Erfolg" scheint nicht zu seinen Namen zu zählen. Wir nehmen daran Anstoß und fragen: Müsste nicht Gottes Wort fruchtbarer, Gottes Macht bezwingender, Gottes Licht leuchtender und überwältigender sein in dieser Welt ?
Eine Antwort könnte heißen: Gott ist ein Gott der Freiheit. Seine Art ist nicht die Erpressung, sondern das freie Angebot: er zwingt nicht, sondern er bietet an und ruft zur freien Entscheidung. Gott will nicht Sklaven, sondern Partner, die auf sein Wort eingehen.

In  den westlichen Ländern prägen weithin Kirchenaustritte das so genannte „christliche Abendland“. In der Millionenstadt Wien bekennen sich  nur mehr 50 % der Einwohner als Christen!
Religionsfreiheit gehört zu  den wichtigsten Menschenrechten.
Die muslimischen Länder kennen keine Austrittsmöglichkeit vom Islam, ja in vielen muslimischen Ländern, wie z.B. Iran und Pakistan gilt für den Austritt die Todesstrafe!

2.) Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht,
teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach.

Wer bedenkt, welchen Schwierigkeiten die Saat Gottes in dieser Welt ausgesetzt ist: die festgetretenen Wege und die Steine und die Dornen und darüber hinaus der offene Kampf gegen Gottes gute Saat mit allen Mitteln der Macht und des nackten Terrors, der wird diese Frucht nicht als selbstverständlich empfinden, sondern als das wahrhaft überraschende Wunder  Gottes, der sich trotz aller Widerstände in Geduld durchzusetzen vermag.
 Niemand kann den Sieg Gottes verhindern, der auch heute das Wunder der guten Ernte wirkt

11.7.17 19:00, kommentieren