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Über

Josef Kammerer, bin Pfarrer in Ruhe. Habe bereits 92 Jahre auf meinem Buckel. Ich wohne im Altenheim "Bruderliebe" Herrenstr.. 12, 4600 Wels. Ich möchte Interessierte an meinen Sonntagspredigten teil nehmen lassen.

 

Alter: 92
 


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Schau, das ist unsere Himmelmutter!

So nebenbei schreibt Lukas im heutigen Evangelium:
1.)„da machte sich Maria auf den Weg
und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa“

Das ist leicht ausgesprochen. Die Wegstrecke  von Nazareth in Galiläa bis Jerusalem beträgt 120 km Luftlinie. Diese Wegstrecke führt über das steinige Geröll  der Wüste Juda, viele Schluchten sind zu durchqueren, ein mühevoller Fußmarsch von mindestens 3 Tagen! Endlich tut sich der Blick hin nach Jerusalem auf, 7 km östl. von Jerusalem Ain Karim, auf einen Berghang gelegen., umgeben von Zypressenwäldern steht heute das Kirchlein Maria Heimsuchung. An den Wänden dieses lieblichen Kirchleins sind  in vielen Sprachen die Worte des Magnificat ! “Hochpreiset  meine Seele den Herrn“ angebracht

2.) Selig ist die, die geglaubt hat, daß sich erfüllt,
was der Herr ihr sagen ließ
.
Elisabeth, die Verwandte Mariens, die vor der Geburt ihres Kindes stand, konnte  es erfassen, wie schwer der Entschluss für Maria gewesen sein musste, sich auf Gott einzulassen, um den Gottessohn als Menschensohn in diese unsere Welt zu bringen. Wir sprechen vom „freudenreichen Rosenkranz“, in der Tat handelt es sich um harte  und schwere Entscheidungen,  die Maria immer wieder zu ertragen hatte. Wie recht hatte doch der alte Simeon mit seiner Vorhersage: „Deine Seele wird ein Schwert durchdringen“. Die Kraft aufzubringen, sich auf Gott einzulassen,  ist ein großes Geschenk. Auch wir müssen gestehen, Glaube ist ein Geschenk, das wir auch  schätzen sollen.

3.)Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan,
Gerade an ihr, die als „niedrige Magd" über diese Erde ging, können nun auch wir ahnen, „was Gott denen bereitet, die ihn lieben"
 So ist uns Maria beides geworden: unsere Schwester, die mit uns in voller Bereitschaft die Pilgerwege des Lebens ging,!"
Und sie ist zugleich unsere mächtige Herrin, Königin und Fürsprecherin, zu der wir vertrauend rufen dürfen „aus diesem Tal der Tränen".

An Maria soll unser eigenes Leben aufgehen: Was ein Mensch ist, das bestimmt sich von seinem Anfang und von seinem Ziel her. Wir sehen an Maria deutlich wie selten bei jemandem anders, dass der Anfang und das Ziel des menschlichen Lebens zusammengehören. Wir sind von Gott gewollt, bejaht und geliebt.
Die Liebe zu unserer himmlischen Mutter Maria hat sich tief in die Herzen unseres gläubigen Volkes eingegraben.
Ganz in der Nähe meines Heimatortes befindet sich  der viel besuchte Wallfahrtsort Glatzinger Bründl.
Ich werde das nie vergessen: Es war vor 90 Jahren. Da hat mich meine Mutter als dreijährigen Buben an die Hand genommen und mich nach vorne zur Gnadenstatue geführt. Ihre Worte werde ich nie vergessen  Mit den zerklüfteten Händen einer Bergbäurin hat sie auf Maria gezeigt.: Schau, das ist unsere Himmelmutter!
Dieses Wort einer schlichten Bäurin
darf ich am  heutigen Festtag der Aufnahme Mariens in den Himmel uns allen ans Herz legen:
Schau, das ist unsere Himmelmutter!

9.8.17 21:10, kommentieren

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Angst ist ein schlechter Ratgeber!

1.) ImBrief des Apostels Paulus an die Römer:
wird Paulus sehr persönlich. Seine Ergriffenheit über die Berufung steht im Mittelpunkt der heutigen Lesung.
unablässig leidet mein Herz. Ja, ich möchte selber verflucht und von Christus getrennt sein
um meiner Brüder willen,
Ohne dem   übermenschlichen Einsatz  von Paulus wäre die junge Kirche bei einer jüdischen Sekte gelandet. Unser Papst redet sehr deutlich über Paulus:
Paulus stört. Er ist ein Mann, der mit seiner Predigt, mit seiner Arbeit, mit seinem Verhalten stört, weil er Jesus Christus verkündet. Oft ist es doch so, dass diese Verkündigung unsere angenehmen Strukturen stört. Der Herr will aber, dass wir weiter gehen, dass wir uns nicht hinter einem ruhigen Leben verstecken. Paulus hatte diesen apostolischen Drang. Er war kein Mann der Kompromisse.“

Das heutige Evangelium sollen wir uns tief einprägen. Denn es ist für unseren Glaubensalltag eine große Hilfe. Einmal erleben wir an den Aposteln das Auf und Ab im Glauben, zum anderen .lebt uns Jesus vor, was beten heißt

2.) Jesus stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten.

 Wir spüren: Jesus hat die Berge geliebt!
Die Berge sind schweigende Lehrer. Sie drängen sich nicht mit penetranter Rhetorik m unser Bewusstsein. Sie schenken- auch heute noch - weite Räume der Stille.  Viele fröhliche, junge Menschen, sind beim Mondnacht-Aufstieg über einen weiten Gletscher still geworden. Der Teppich des Schweigens muss ausgerollt werden, damit die Ehrfurcht in uns Einzug halten kann
.
Gott ist nur ein Gebet weit von uns entfernt.
Bergerlebnisse bleiben besonders bei jungen Menschen haften. Neulich erreichte mich eine Karte aus Stockholm. Dieser Herr hat  vor über 60 Jahren   bei einem  Jugendausflug  auf  den Hochkönig teilgenommen. Nach über 60 Jahren bedankt er sich für dieses Bergerlebnis
Berge bringen uns das Gespür für das zeitlos Gültige.
Hochkönig, Zuckerhütl, Ortler und Glockner grüßen uns heute noch so, wie sie uns als junge Menschen gegrüßt haben. Die Uhren der Versteinerungen in ihrem Innern ticken nicht in Sekunden, sondern in Jahrtausenden.

3.) Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!
Da ist einmal das Boot, das vom Wind "hin und her geschüttelt wird. Das ist unser Leben. Auch wir werden durch "Gegenwind" immer wieder hin und her getrieben.
Während wir uns abmühen, ist Jesus nicht fern, auch wenn er uns Mühe und Arbeit nicht abnimmt.

.Petrus darf erfahren: Es ist Jesus, der ihn über Wasser hält und nicht die eigene Leistung. Glaube hat etwas zu tun mit Demut.
Im Evangelium  haben wir gesehen, wie die Jünger ähnliche Momente erlebt haben, Augenblicke, in denen sie angsterfüllt waren, in denen alles zusammenzubrechen schien.
Angst ist schlechter Ratgeber!
 Die große Gefahr der Welt von heute mit ihrem vielfältigen und erdrückenden Konsumangebot ist eine individualistische Traurigkeit, die aus einem bequemen, begehrlichen Herzen hervorgeht, aus der krankhaften Suche nach oberflächlichen Vergnügungen, aus einer abgeschotteten Geisteshaltung. So unser Papst in „Evangelii gaudium „

Mutig klingen die Worte unseres
Papstes Franziskus:
Wahrheit  ist, keine Angst zu haben….Ängste schließen die Türen. Die Freiheit öffnet sie !

8.8.17 05:33, kommentieren