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Über

Josef Kammerer, bin Pfarrer in Ruhe. Habe bereits 92 Jahre auf meinem Buckel. Ich wohne im Altenheim "Bruderliebe" Herrenstr.. 12, 4600 Wels. Ich möchte Interessierte an meinen Sonntagspredigten teil nehmen lassen.

 

Alter: 92
 


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Alle Schönheit des Advents

1.) An diesem Hochfest scheint die stille Freude des Advents plötzlich in überschwänglichen Jubel auszubrechen.
 In Maria ist alle Schönheit des Advents zusammengefasst. Sie ist diejenige, in der das Warten Israels am vollkommensten und reinsten offenbar geworden ist. Sie ist die Erwählte aus dem Rest Israels, dem Gott seine Gnade erweist und an dem er seine Verheißungen erfüllt. Sie ist die treue Magd, die geglaubt hat, dass in Erfüllung gehen wird, was ihr vom Herrn verheißen worden ist. Sie ist die demütige Magd, die gehorsame Dienerin, die stille Beterin.
 Sie ist am besten dafür bereitet, den Herrn zu empfangen. Offensichtlich gibt es keine bessere Zeit für die Feier dieses Festes als diese adventlichen Tage. Es ist das Fest der Schönheit derer, die bereit ist, den Herrn zu empfangen.

2.) Denken wir an das Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle, auf dem Gott
seine Hand nach Adam ausstreckt
, um ihn ins Leben zu rufen. Wie wunderbar wurde die Menschheit erschaffen! Nun streckt Gott wieder seinen Arm nach ihr aus; sie wartet auf dieses Angerührtwerden, durch die Vorwegnahme des großen Weihnachtsgeschehens.

3.)Dieser Festtag gibt dem Advent seinen eigentlichen Charakter
.
 Er ist in erster Linie eine Zeit der Freude, und nicht wie die Fastenzeit eine Zeit der Buße. Nein, dafür ist er zu sehr von freudiger Vorwegnahme erfüllt. Die Erfahrung der Freude übertönt alles andere.
Wir feiern diesen Tag als ein Fest der Liebe Gottes, die zwar in erster Linie Maria betrifft aber indirekt auch uns mit meint. Es ist die gleiche Liebe, von der auch wir leben.
Gott hat uns zwar nicht aus der Verwicklung in das Böse herausgenommen. Er hat aber das Bedrohliche daran überwunden. Wir leben zwar in einer Welt, in der es Böses gibt,  in einer Welt, die in Böses verwickelt ist. Wir sind dem Bösen aber nicht mehr hilflos und schutzlos ausgeliefert.
Zugleich feiern wir die Hoffnung, dass das Böse, unter dem wir leiden, einmal endgültig überwunden wird und dass die Welt heil wird.
Schluss:
Im Evangelium haben wir die Erzählung von der Verkündigung durch den Engel Gottes gehört. Gerade in diesem Bericht wird deutlich, wie vornehm, respektvoll Gott dieser jungen Frau gegenübertritt. Trotz des vorgegebenen Ungleichgewichts- auf der einen Seite der große und unfassbare Gott, auf der anderen Seite das einfache Mädchen-  lässt er ihr die Freiheit der persönlichen Entscheidung.
Was wäre Weihnachten ohne Maria? Es ist ein Charme, der so nur von einer Frau ausgeht. Hoffen und bitten wir, dass dieser Charme unsere oft so rohe Welt verändert.
 Maria, unerschöpflich ist dein Licht.
Denn Du trägst das Licht der Welt.
Erhelle das Dunkel unserer Zeit!

4.12.17 20:45, kommentieren

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Vergessen wir die Hoffnung nicht!

„Wir sagen euch an den lieben Advent: Seht, die erste Kerze brennt!", so singen wir die adventliche Zeit ein. Glocken, Kerzen, Tannengrün, könnte man  noch hinzufügen: Einkaufsboom und der große Weihnachtsengel auf unserem  Stadtplatz! Aber wir fragen: Ist das alles?

Lohnt es sich da für nüchterne Menschen, die sich für die Welt verantwortlich wissen, Advent zu feiern ?

Advent ist viel mehr als all dieses. Was meint christlicher Advent?
Der Advent als Vorbereitungszeit auf das Fest der Geburt Christi gilt bzw. galt als die sog. "stillste Zeit im Jahr". Aber, wie wir längst wissen, ist Stille oftmals vom Lärm der Umwelt und vom Lärm in der eigenen Seele überrollt.

Doch hören wir die stille Geschichte der vier Kerzen auf unserem Adventkranz an:


Diese vier Kerzen brannten so still, als wollten sie uns ihr Leid, ihre Sorgen sagen.
Die erste Kerze seufzte und sagte: „Ich heiße FRIEDEN, mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden." Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.
 Die zweite Kerze flackerte und sagte: „Ich heiße GLAUBEN. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts mehr wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne." Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die zweite Kerze war aus.

Leise und traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort. „Ich heiße LIEBE. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen." Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind herein. Es schaute die Ker­zen an und sagte: „Aber, ihr sollt doch brennen -nicht aus sein!" Und fing es an zu weinen. Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte: „ Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße HOFFNUNG." Mit einem Streichholz nahm das Kind von dieser Kerze Licht und zündete die anderen Kerzen wieder an
Vergessen wir die Hoffnung nicht! Die Flamme der Hoffnung soll immer bei uns sein, so behalten wir Frieden, Glauben und Liebe auch in unserer Zeit.
Die Worte des heutigen Evangeliums sind ernst:
Gott soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen.
Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!

Unser Papst ist gerade auf der Heimfahrt aus einer seiner schwierigsten Reisen. Knapp 1 Prozent der dortigen Bevölkerung sind katholisch, aber sie sind voller Hoffnung und  Leben!
Treffend sind die Worte Papstes:
Was Gott von uns erwartet, ist bereit zu sein für die Begegnung mit Jesus. Das bedeutet, die Zeichen seiner Anwesenheit zu erkennen, den Glauben im Gebet und den Sakramenten lebendig zu halten, um nicht einzuschlafen und Gott zu vergessen. Das Leben der eingeschlafenen Christen ist traurig, es ist kein glückliches Leben. Das Leben der Christen muss froh sein, in der Freude Jesu leben, nicht einschläfernd.“

30.11.17 22:04, kommentieren