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Über

Josef Kammerer, bin Pfarrer in Ruhe. Habe bereits 92 Jahre auf meinem Buckel. Ich wohne im Altenheim "Bruderliebe" Herrenstr.. 12, 4600 Wels. Ich möchte Interessierte an meinen Sonntagspredigten teil nehmen lassen.

 

Alter: 92
 


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Ein Leben, das Früchte bringt!

Das Evangelium des heutigen Sonntags befasst sich mit unserm Lebensauftrag:
1.) Gott erwartet von uns ein Leben, das Früchte bringt
Es bleibt unbestritten, Gott hat sich einst Israel als sein Volk erwählt. Aber die Führer des Volkes handeln nicht danach, sondern tun, wie die beschriebenen Pächter des Weinbergs. Sie wollen selbst die stolzen Herren sein, anstatt ihrem Gott zu dienen.

In anschaulichen Bildern wird das Fehlverhalten der Führer des Volkes beschrieben. Schließlich gehen die Pächter so weit, den eigenen Sohn des Herrn aus dem Weinberg zu vertreiben, um ihn dann zu töten.
Die Anspielung auf Jesus ist eindeutig. Auch er wird aus Jerusalem, hinausgetrieben und vor den Mauern der heiligen Stadt hingerichtet.

Mit der Frage Jesu an die Schriftgelehrten und Pharisäer, was mit solchen Pächtern zu tun sei, sprechen diese über sich selbst das Urteil:

 Er wird den Weinberg an andere Winzer verpachten,

die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist
Unmissverständlich sagt Jesus: Wir müssen auch unser Leben danach ausrichten, dass es Früchte bringt

2.) Von der Antwort auf letzte Fragen

---Unser Hirn kann zwar die unglaublichsten Maschinen, Waffen und elektronischen Wunderwerke erfinden, aber gerade die wesentlichsten und entscheidendsten Fragen vermögen wir Menschen kaum zu lösen: Wo liegt der Sinn unseres Lebens? Gibt  es wirklich Gerechtigkeit und Vergeltung für alles Gute, um das wir uns bemühen? Gibt es wirklich ewiges Leben?---

            Dazu kommt noch das große Schweigen Gottes, gerade wenn wir ihn suchen, gerade wenn wir ihn brauchen. Er schweigt so oft. Er zeigt sich nicht und er greift nicht ein.

            Wer wirklich sucht,  der wird eines Tages einsehen, verstehen und betroffen sein. Die Worte Jesu werden auf einmal so verständlich, so selbstverständlich, so einsichtig, und notwendig sein. Das ist der Anfang des Glaubens.

3.) Welche Früchte erwartet Gott von uns?

Die Lesung des heutigen Sonntags, aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper, sagt uns, worin die Früchte bestehen, an denen Gott Gefallen hat. Paulus schreibt:

Was immer wahrhaft, edel recht,

was lauter, liebenswert, ansprechend ist,

darauf seid bedacht!

Das Anliegen Jesu ist deutlich spürbar:
Unser Herz soll sich öffnen für Gott und die Menschen;.

Im Zentrum des Christentums stehen nicht Lehrsätze oder Moralvorschriften .
Die Christen im alten Europa jammern sich krank , wie sie die Flüchtlingsfrage lösen können. Es ist an der Zeit, dass wir mithelfen, dass diese armen Menschen wieder heimkehren können, um ihre so arg  verwüstete Heimat wieder aufzubauen!
Wir sollen die Augen offen halten, um rechtzeitig zu erkennen, wohin der Weg führt, wenn nicht mehr Gott als der Herr anerkannt und geliebt wird.

Dieses Evangelium sagt uns :
 Sei ein guter und verlässlicher Arbeiter im Weinberg Gottes.
Du bist nur ein Pächter ! Gott  ist es, der dir dein Leben, deine Kraft und deine Talente anvertraut hat!
 Dein Leben hat nur Sinn, wenn die dich bemühst,  gute  Früchte zu bringen!

4.10.17 21:36, kommentieren

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Wem wird dann all das gehören?

1.) Versuchen wir zunächst das Evangelium in unsere Gegenwart zu stellen
Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast?
Wir können und wollen diese Frage Jesu nicht unter den Tisch kehren.

"Wir leben in einer Zuvielisation." So hat unlängst ein Denker unsere Gegenwart charakterisiert.

Erntedank hat lange Zeit nur die bäuerliche Gesellschaft auf den Plan gerufen. Was man in die Kirche zum Erntedankfest gebracht hat, waren vor allem die schönsten und größten Früchte des Feldes und Gartens.
Heute begreifen wir: Erntedank geht uns doch alle an!

Wenn ich die Kleinigkeiten meines Lebens anblicke und sie als unverdientes Geschenk von Gott sehe und anerkenne, leuchtet mir immer mehr ein:

Ich brauche das ganz spontane „Danke-sagen-Können“. Dann wird mir jeder Tagesrückblick eine Zeit sein, wo ich nicht lange zu suchen brauche, wofür ich Gott dankbar bin.
 .Die Christen können einen unersetzlichen Dienst an der Gesellschaft leisten, wenn sie wieder mehr Mut und Motivation zur Freude und Dankbarkeit hätten.
Denn Freude im christlichen Sinn hat nichts mit falschen Optimismus zu tun. Sie ist vielmehr eine Grundstimmung des Friedens, der geglückten Beziehung  zu Gott, zur Umwelt und zu sich selbst.
Freude im christlichen Sinn ist die Erfahrung der Harmonie mit der Schöpfungs- und Heilsordnung.

            Wie notwendig ist gerade in unserer Welt das Zeugnis gelebter Freude!
Einer Freude, die auch das Leid ganz ernst nimmt und es trotzdem umgreift. Und wie wichtig sind Christen, die jene Heiterkeit des Herzens ausstrahlen, die ihnen ihr Glaube schenkt.


2.) Versuchen wir aber auch die Worte des Völkerapostels aus der Lesung zu überdenken:
Im Römerbrief schreibt der Völkerapostel  Paulus den rätselhaften Satz:
 „Die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes“.
Das Verhältnis von Mensch und Natur ist gestört, aber es ist noch nicht zerstört. In unserer Hand liegt es, die notwendige Kurskorrektur einzuleiten. Natürlich nicht so eine Kurskorrektur, wie es sich ein machtbessener Präsident es sich zum  Ziel gesetzt hat. 

Wir wissen, dass der Wert des Menschen nicht davon abhängt,
 was er hat, was er besitzt, sondern davon, was er ist und wie er ist. Sie sehen Natur, Welt, Leben nicht nur aus dem Blickwinkel der Nützlichkeit, sondern freuen sich an der Schönheit der Schöpfung. Denken wir nur an die laufende TV- Sendung "Die schönsten Plätze in unserem Land" 
Das Erntedankfest lebt vom Wissen: es gibt keinen Augenblick, wo er nicht bei mir ist: Das Erntedankfest lebt auch vom Vertrauen: er hält mich in Händen und sorgt für mich – auch trotz und nach Missernten und Misserfolgen.

Das Erntedankfest lebt von der Zuversicht: er lässt mich „blühen“ wie die „Lilien am Felde“, er lässt mein Leben reich werden.
Das soll für uns Erntedank sein:
Erntedank heißt stille stehn vor den Gaben der Natur;

Auf die große Güte sehn, uns bereitet aus Gnade nur.

 

Erntedank heißt wissen drum, dass die Müh vergeblich wär`

Käm nicht Segen vom Himmel her!

 

Erntedank heißt denken, dass mancher Mensch  in Hunger lebt!

Volle Scheunen, volles Fass: Achtet, dass ihr weiter gebt.

(Stefan  Bothur)

2 Kommentare 29.9.17 11:21, kommentieren