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Über

Josef Kammerer, bin Pfarrer in Ruhe. Habe bereits 92 Jahre auf meinem Buckel. Ich wohne im Altenheim "Bruderliebe" Herrenstr.. 12, 4600 Wels. Ich möchte Interessierte an meinen Sonntagspredigten teil nehmen lassen.

 

Alter: 93
 


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Jesus steht auf der Seite der Armen!

1.) Jesus steht auf der Seite der Armen!
Das zeigt das heutige  Evangelium:
Jesus durchwandert die Städte und Dörfer Galiläas und seine Worte fanden Gehör.
Im Evangelium des vergangenen Sonntags haben wir gehört:              
 Die Bewohner von Nazareth  meinen, Jesus gut zu kennen. Sie sind "Besserwisser". Jesus ist für sie kein "unbeschriebenes Blatt". Was bildet  sich der denn ein? Ihnen war Jesus zu minder. Sie staunten zwar über seine Lehre . Aber er war für sie bloß der Zimmermann, ein einfacher „Hackler“
 
Wie treffend hat  uns Peter Rosegger  gesagt: „Aus Hütten kommen die Edlen, nicht aus Palästen
 Jesus kommt nicht mit super gescheiten Lehren für eine obere Schicht .Nein, Jesus überzeugt die Menschen nicht mit Hirn, sondern mit Herz: „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“. Jesus geht nicht in die gelehrten Schulen der Rabbiner, nein, Jesus geht hinaus zu den Menschen, die da mühselig und beladen sind, die sich selbst nicht helfen können. Jesus ist keine abgehobener Lehrer. Jesus kommt als mitfühlender Hirte  zu den Kleinen, zu den Kranken, zu den Ausgestoßenen. Was Jesus uns deutlich vorgelebt hat, das sollen auch seine Nachfolger tun!
Jesus steht auf der Seite der Armen!
Das zeigt das heutige  Evangelium:

2.)“ Da rief Jesus die Zwölf zu sich  und sandte sie aus, jeweils zwei zusammen.
er gebot ihnen, außer einem Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen
“.
Dieser Auftrag von Jesus gilt auch für die Kirche heute:
Die Kirche selber hat als Institution sehr viel an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Wir brauchen keine Entfaltung von Prunk. Wir brauchen eine Entfaltung von Liebe und Barmherzigkeit!
Die Kirche lebt auch heute beim kleinen Volk. Zu diesen treuen und zuverlässigen Menschen in der Kirche zählen vor allem die Frauen. Hier müssen wir die vielen sozialen Dienste unserer Ordensfrauen lobend erwähnen.
In dieser Zeit ist Papst Franziskus für uns alle ein Geschenk des Himmels! Wir konnten uns nur wundern: Der neu gewählte Papst ist nicht in den päpstlichen Palast eingezogen. Nein, er ist im schlichten Gästehaus  Santa Martha verblieben!


3.) Die Kirche Jesu ist und bleibt Mission


Der Altbischof Wanke aus Erfurt fasst das so in Worte: „Unserer katholischen Kirche … fehlt etwas. Es ist nicht das Geld. Es sind auch nicht die Gläubigen. Unserer katholischen Kirche … fehlt die Überzeugung, neue Christen gewinnen zu können. Das ist ihr derzeit schwerster Mangel. ….“

Fragen wir uns, was uns der Evangelientext zur Überlegung ans Herz legen will. Fest steht, dass Gott immer wieder Männer und Frauen spüren lässt, dass er sie als Missionare in die Welt senden möchte. Sie sollen sich aufmachen mit dem dreifachen Auftrag: Jesu Botschaft verkünden, heilen und gegen vorhandenes Unrecht kämpfen. So erleben wir, dass in allen Missionsgebieten neben der Verkündigung der Botschaft Jesu Schulen und  Krankenhäuser errichtet werden und gerade die Missionare oft diejenigen sind, die gegen Unrecht, Gewalt und Unterdrückung ihre Stimme erheben.  
Heute wie damals gilt das Wort des großen Augustinus: „In dir muss brennen,  was du in anderen 
entzünden
willst.“ 

10.7.18 16:16, kommentieren

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Wir brauchen Hilfe von oben!

 1.)   „Mit dem ist es nicht weit her!“
 Den kennen wir schon! Oft haben wir diese abwertende Beurteilung  über einen Menschen schon gehört.
Genau so ist es Jesus ergangen, als er in die ihm so vertraute  Synagoge seines Heimatortes Nazareth kam:
„Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, staunten und sagten:
Woher hat er das alles?

Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist!
Und was sind das für Wunder, die durch ihn geschehen!
Ist das nicht der Zimmermann?“Und er  zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte dort.


2.) War das nur damals so?

Nazareth und sein Beharren auf dem Althergebrachten  ist ein Dauerbrenner, das Dorf, das Leute am Abheben verhindert, das existiert auch heute noch. Heu­te nennen wir es vielleicht sozialer Brennpunkt oder Prekariat. Aber eigentlich hat sich da nicht viel geändert.
Haben wir schon  vergessen , welche himmelschreiende Not in Europa in den Nachkriegsjahren  nach 1945 geherrscht hat? Gerade in den Städten  waren viele Menschen am Verhungern! Es gab keine Arbeit! Da hat uns das damalige Amerika  mit dem Marschallplan aus der Patsche  geholfen! Aus den schrecklichen  Erfahrungen des 2. Weltkrieges heraus hat sich Europa zur EU zusammen geschlossen!
Heute müssen die Menschen im Vorderen Orient und in Afrika schreckliche, von Kriegen verursachte Nöte erfahren!
Bis zu zwei Millionen syrische Flüchtlinge leben im Vier-Millionen-Staat Libanon, ihr Alltag wird immer härter. Sie wollen nur eins: weit weg. Das wissen auch die Schlepper, ihr Geschäft boomt. Niemand würde aus seiner Heimat fliehen, wenn ihm dort ein menschenwürdiges Leben möglich wäre. Die reichen Länder der Erde sollen sich ihrer Verantwortung für die Ärmeren  stellen und sich dafür einzusetzen, die Lebensverhältnisse in Afrika zu verbessern und den Menschen eine Zukunft zu eröffnen. Die brennenden Fragen unserer Zeit können nicht durch Waffenlieferungen und Mauerbauen gelöst werden!
3.) Das Gute soll nicht nur in der großen Politik geschehen. Das Gute beginnt im Kleinen, bei uns!
Dazu eine Geschichte, die sich jetzt in Köln zugetragen hat:
Pfarrer Franz Meurer in der Pfarre Köln Höhenberg hat das Evangelium von heute so umgesetzt:

In seinem Großstadtviertel leben  25.000 Ein­wohner, ein Viertel davon arbeitslos, fast die Hälfte der Erwachsenen beziehen Min­destsicherung:  Viele haben es  unter der Leitung ihres Pfarrers   geschafft :  In der Hauptschule vor Ort werden Jahr für Jahr für die Schüler der Abschlussklasse Bücher erstellt, in denen sich die Schüler mit ihren Stärken, Wünschen und Porträtfotos präsentieren können. Sie erstellen dazu ein Profil  ihrer vielen Begabungen. Und diese Bücher werden hundertfach an die Firmen vor Ort verteilt als Zeichen: wir sind da, wir können was!
Und seitdem haben sich die Ausbildungsplätze für die Schulabgänger verdreifacht.
Im heutigen  Evangelium  erfahren wir:
Die Leute von Nazareth nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. In unserer Zeit müssen wir Jesus herein nehmen, denn ohne ihn können wir unsere vielen Probleme nicht mehr bewältigen!

4.7.18 05:27, kommentieren