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Über

Josef Kammerer, bin Pfarrer in Ruhe. Habe bereits 92 Jahre auf meinem Buckel. Ich wohne im Altenheim "Bruderliebe" Herrenstr.. 12, 4600 Wels. Ich möchte Interessierte an meinen Sonntagspredigten teil nehmen lassen.

 

Alter: 92
 


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Johannes d.Täufer, der Mann am Wendepunkt der Geschichte.

1.) Wendepunkte
Manchmal zeichnet sich was Neues ab, ein Wendepunkt steht bevor. Man spürt es direkt, es liegt was Neues in der Luft. Das kann im Kleinen, Persönlichen sein. Das kann aber auch die Menschheit betreffen und der Geschichte eine ganz andere Richtung geben.
Um so was geht es heute, am Fest des Hl. Johannes des Täufers. Es ist ein Hochfest und verdrängt sogar den Sonntag. Darum muss das Neue schon sehr Gewicht haben. Und das hat es auch!
Nicht von ungefähr liegt das Fest Johannes des Täufers an der Sommersonnenwende, ein echter Wendepunkt im Jahr.
Geschichtlich gesehen: Das ältesten Gotteshaus der Stadt Wels hat man Johannes, dem Täufer geweiht, einem Mann also, der am Wendepunkt der Geschichte gestanden ist.
Die Kirche wurde bereits 888 erstmals urkundlich erwähnt in einem Lehensbrief von König Arnulf. In den nächsten Jahrhunderten zählte die Kirche zu den Besitzungen des Stiftes Kremsmünster.

2.) Da gibt es Ereignisse um die Geburt eines Kindes, die etwas Neues ahnen lassen:

Johannes ist kein normales Kind, ein Engel Gottes kündigt seine Geburt an und sagt:
„Er wird groß sein vor dem Herrn.“
Auch um den Namen des
Kindes hat es eine besondere Bewandtnis. Dem Brauch nach soll es den Vornamen seines Vaters Zacharias erhalten. Doch völlig unerwartet sagte Elisabeth: „Nein, Johannes soll er heißen.“ Und der seit der Erscheinung im Tempel stumm gewordene Vater  bestätigte das, indem er auf ein Wachstäfelchen schrieb: „Johannes ist sein Name“. Dieser Name bedeutet: Gott ist voll Gnade
So steht Johannes am Wendepunkt einer ganz neuen Zeit. Er steht an der Schaltstelle zu ganz Neuem. „Gott ist voll Gnade“. Dieser Name ist also Programm! Johannes ist der  Wegbereiter für Gott, der voll Erbarmen sich den Menschen zu wendet. Ein gewaltiger Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte. Wir heben diesen Wendepunkt auch heraus, indem wir von der Zeit vor Christus und nach Christus sprechen,

3.)Auch in unserem Leben passieren Wendepunkte!

Denken wir an die Zeit unserer Berufswahl

Ich persönlich denke an die Berufsentscheidung Ich bin auch wie alle anderen Jugendlichen aufgewachsen. Ich habe zwei harte Jahre des Kriegseinsatzes durchmachen müssen. Doch dann kam der Wendepunkt, ausgelöst durch die Frage: Was willst du werden? Es ist schon etwas Großartiges, Wegbereiter für Gottes Liebe  sein zu dürfen.


Kardinal John Henry Newman, der bekanntlich einen dornenvollen Weg von der anglikanischen zur katholischen Kirche gehen musste, sagt von diesem seinem mühevollen Weg:
Ich bin berufen, etwas zu tun oder zu sein, wofür kein anderer berufen ist.

Ich habe einen Platz in Gottes Plan, auf Gottes Erde, den kein anderer hat.

So hat auch jeder von uns von seinem Schöpfergott eine ganz persönliche Berufung erhalten.

Gott hat jedem Menschen etwas gegeben, womit er andere glücklich machen kann: Wie Johannes stehen wir alle am Wendepunkt unserer eigenen Lebensgeschichte!

19.6.18 05:08, kommentieren

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Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn.

Ein oft gehörtes Wort in unserer Zeit: Es gibt keine Wunder!
Und doch: Wer es versteht die Natur zu beobachten, der begegnet dem Wunder auf Schritt und Tritt.
Gerade jetzt nach diesem so lange ersehnten Regen, erleben wir  ein Erwachen des Wachstums. Wer im Garten arbeitet, kann das nur freudig bestätigen.
Jesus sagt:
„wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät;

der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie.“

Das Wunder der Natur: Aus unscheinbaren Samenkörnern wachsen vor unseren staunenden Augen plötzlich so herrliche Pflanzen, vor allem Blumen mit einer Pracht, wie sie nur Gott schaffen kann!
Und schon stehen wir mitten drinnen im Evangelium dieses Sonntags: Jesus ist zutiefst mit der Natur verbunden! Immer wieder stellt er uns so herrliche Gleichnisse aus dem Leben der Natur vor Augen!
Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn.
Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern“
Wo erleben wir dieses
1.) Kleine Senfkorn Hoffnung in unserem Glauben?

Wie damals bei Jesus erleben wir unseren Glauben auch heute in den
 kleinen Gemeinschaft, in den Familien
- Eine Frau geht für eine alte und kranke Nachbarin einkaufen.
- Ehrenamtliche betreuen benachteiligte Kinder bei den Hausaufgaben.
- In Pfarrgemeinden geben Mütter und Väter ihren Glauben an Kinder weiter, indem sie mit viel Liebe und Fantasie Kindergottesdienste vorbereiten.
Vergessen wir die vielen nicht, die heute Erstkommuniongruppen, die Firmgruppen leiten!
Vergessen wir aber auch nicht den Dienst unserer Religionslehrerinnen. Mit viel Geduld und Ausdauer versuchen sie den Glauben bei unseren jungen Leuten zu verankern.
Dort überall gehen Menschen wie Jesus mit andern um, mit Schwachen, Ausgegrenzten, Leidenden, scheinbar “hoffnungslosen Fällen”. Überall da wirkt Gottes Geist.

2.) Eine wichtige Frage: Wo sind unsere jungen Leute?
Aus vielen Umfragen geht deutlich hervor: Unsere jungen Menschen sind aufgeschlossen für geistige Werte!
Unsere jungen Leute
sind kritisch. Das ist auch ihr gutes Recht!
Jugend braucht ganz notwendig Gemeinschaft! Das durften wir heuer zu den Pfingsttagen in Salzburg erleben. Tausende von jungen Leuten aus Österreich haben gemeinsam mit voller Begeisterung das Fest der Geistsendung  gefeiert!
Öfters  muss ich mit dem Roten Kreuz zu medizinischen Terminen gefahren werden. Ich kann nur staunen, wie viele junge Leute sich freiwillig für die notwendigen Einsätze des  Roten Kreuzes bereit erklären. Gerade bei den letzten Hochwassereinsätzen durften wir erleben: Viele junge Menschen stellen sich freiwillig bereit, sich in unseren Feuerwehren für  diese wichtigen  Dienste an unserer Heimat zur Verfügung zu stellen!
Nicht jammern, sondern mehr das Gute sehen!
Wir dürfen keine abgehobene, überhebliche Kirche sein. Nein, wir müssen eine Kirche zum Anfassen sein. So hat es uns Jesus vorgelebt.
Kleines Senfkorn Hoffnung, uns  umsonst geschenkt. Werden wir  Dich pflanzen, dass Du weiter wächst?

18.6.18 14:11, kommentieren