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Josef Kammerer, bin Pfarrer in Ruhe. Habe bereits 96 Jahre auf meinem Buckel. Ich wohne im Altenheim "Bruderliebe" Herrenstr. 12, 4600 Wels. Ich möchte Interessierte an meinen Sonntagspredigten teil nehmen lassen.

Alter: 96
 



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B: 19. So. i. Jkr.: Herr, es ist genug!

 B: 19. So. i. Jkr.: Herr, es ist genug!

„Bruderliebe“ 8. 8. 2021
In der Lesung begegnen wir einer der gewaltigsten Persönlichkeiten des Alten Bundes, dem „Propheten wie Feuer", wie man ihn nennt, dem unerbittlichsten Kämpfer für die Ehre Gottes, der, wie nach ihm Johannes der Täufer, den Königen ins Gesicht widersteht: „Es ist dir nicht erlaubt.“
Auf dem Berg Karmel, genau über dem Hafen von Haifa¸ da wird im dortigen Karmelitenkloster „Stella Maris" seine Felsenhöhle gezeigt wird.  Dort erringt er den großen Sieg für den einzigen und wahren Gott gegen den Abgott Baal.
Wenn es um die Ehre Gottes geht, kennt Elija keinen Kompromiss, kein Zurückweichen: er beugt sich weder vor Königsthronen noch vor den falschen Göttern seiner Zeit.
In der heutigen Lesung begegnen wir diesem Mann Gottes auf der Flucht. In der unendlichen Einsamkeit der Wüste Negev, auf der Wanderung zum Gottesberg Horeb, dem Sinai der Zehn Gebote, überfällt ihn die Mutlosigkeit unter einem Ginsterbusch. Er hat nur noch den einen Wunsch: „Lass mich sterben, Herr, es ist genug!"
Auch dieser Elija muss durch die Angst des Gartens Getsemani und durch das Grauen der Gottverlassenheit. Wer Gott nur im Jubel des Erfolgs erfahren hat, wird nie die ganze Dimension Gottes begreifen, der sich gerade in der Not als „der Gott allen Trostes" erweist.
Kennen nicht auch wir solche „Stunden unter dem Ginsterbusch", in denen uns alle Hoffnungen wie ein Kartenhaus zusammenbrechen, in denen wir alles aufgeben und wegwerfen möchten: „Es ist genug, ich kann nicht mehr!" Jene Stunden, in denen wir fliehen möchten wie Elija.
Aber gerade in dieser Stunde der Schwachheit erfährt der Prophet die rettende Nähe seines Gottes: „Steh auf und iss, sonst ist der Weg zu weit für dich'“ Da stand er auf, aß und trank und wanderte in der Kraft dieser Speise vierzig Tage und vierzig Nachte bis zum Gottesberg Horeb."

Hier finden wir die Brücke zu dem, was wir eben im Evangelium gehört haben? „Ich bin das lebendige Brot."
Was Elija unter dem Ginsterstrauch erfahren durfte, ist Zeichen und Verheißung jenes Größeren, das wir in jeder Eucharistiefeier erfahren: „Ich gebe euch mein Fleisch als Brot für das Leben der Welt.“
Die Kirche von heute trägt die große Verantwortung, möglichst vielen Menschen den Zugang zur Eucharistie anzubieten. Damit auch wir versuchen wie Elija aufzustehen und zu essen und in der Kraft dieser Speise weiterzugehen bis zum Berge Gottes.

 

25.7.21 14:28


B: 18. Sonntag im Jahreskreis Brot und Spiele!

 B: 18. Sonntag im Jahreskreis Brot und Spiele!

„Bruderliebe“ 1. 8. 2021


panem et circenses! Brot und Spiele!

Das war das heiße Begehren damals im stolzen Römischen Weltreich. Die Ruinen imponierender Zirkusarenen aus altrömischen Ausgrabungen sind heute noch Zeugen davon, was damals das römische Volk von ihren Cäsaren erwartete. Unter dem sensationshungrigen Gejohle der plebs Romana, des römischen Pöbels, wurden auch Christen den wilden Tieren vorgeworfen.

Unter dem Ruf Panem et circenses ist schließlich das mächtige Imperium Romanum zusammen gebrochen!
Panem et circenses bewegt auch heute noch die Strategie mancher politischer Machthaber, das Volk mit Wahlgeschenken und eindrucksvoll inszenierten Großereignissen von wirtschaftlichen oder politischen Problemen abzulenken.

Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.

Jesus lässt sich nicht vom Drängen der Masse betören. Nur zu gut kennt er den Menschen. Er weiß um die Gefährdung des Menschen durch die Gier nach immer mehr!
Jesus sagt: "Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben“ Dieses Jesuswort geht über essen und trinken weit hinaus - es ist eine Liebeserklärung an uns alle.

Ich bin - für dich. Ich gehe - mit dir. Ich bleibe - dir geneigt.

In der Zusage Jesu "Ich bin das Brot des Lebens" steckt eine große Kraft. Die Kraft, mit anderen Menschen Hoffnungen zu teilen. Denken wir an unsere Kranken. Denken wir an die, die um ihre Arbeit fürchten müssen .Denken wir an die verängstigten Menschen in Syrien, die von einer Gewalt in die nächste geraten. Denken wir an die Millionen Menschen, die vom Hungertod bedroht sind.
 Für unser Leben soll gelten:
Wenn es dir möglich ist, mit auch nur einem kleinen Funken die Liebe in der Welt zu bereichern, dann hast du nicht umsonst gelebt.

 

20.7.21 10:11


B: 17. So.i.Jkr. Wer vermehrt heute die Brote?

 B: 17. So.i.Jkr. Wer vermehrt heute die Brote?

25. Juli 2021

Die Lesung und das Evangelium des heutige Sonntags sind zwar durch Jahrhunderte geschichtlich voneinander getrennt, sie befassen sich aber mit demselben Thema: Hungrige zu speisen indem man teilt.
Am Anfang stehen die gleichen Fragen: Wie soll denn das möglich sein, so viele hungrige Menschen mit so wenig Brot zu speisen? Da werden doch niemals alle satt. Sollen wir überhaupt damit beginnen? Oder wäre es nicht klüger gleich zuzugeben, dass wir nicht genug haben um helfen können? Da ist jede Mühe umsonst.

Die Reaktion von Elischa und Jesus darauf fällt ganz anders aus als man es wahrscheinlich logisch erwarten würde. Es gibt keine langen Diskussionen sondern die klare Anweisung: Teilt das aus, was vorhanden ist! Wohl mit Kopfschütteln wurde diese Anweisung befolgt. Entgegen jeder Logik und gegen jeden Hausverstand. Aber das Ergebnis der Aktion bringt uns zum Erstaunen : Es werden alle satt, ja es bleibt sogar noch viel übrig. Ein Wunder?
Sicher ein Wunder, die Frage ist allerdings, was das Wunderbare daran war? War es wirklich eine Brotvermehrung sozusagen von Zauberhand?
Oder geht um etwas ganz Anderes? Wahrscheinlicher ist, dass das Beispiel von Elischa und von Jesus – konkret zu handeln und einfach zu teilen – ansteckend war. Menschen begannen das wenige Essen, das sie selbst hatten, mit ihren Nächsten zu teilen. Und da zeigte sich, dass mehr als genug für alle vorhanden war. Wir kennen ja diesen bekannten Spruch: Wenn jeder gibt, was er hat, dann werden alle satt.

Was können wir daraus für unser Leben lernen?
Das ist ja der Skandal dieses unseres Planeten: Technisch sind wir so entwickelt, dass wir nicht nur auf unserem benachbarten Mond landen können, wir rüsten uns ja bereits für eine Landung auf unserem Nachbarplaneten Mars. Wir schauen aber tatenlos zu, wenn täglich Tausende Menschen verhungern müssen. Können wir es uns vorstellen, was es für Eltern bedeutet, hilflos zusehen zu müssen, wie ihre Kinder vor Hunger sterben müssen?
Brotvermehrung ist eigentlich ein Auftrag für uns alle. Der große Inder Mahatma Gandhi bringt es mit diesen Worten auf den Punkt: “Die Erde hat genug für die Bedürfnisse eines jeden Menschen, aber nicht für seine Gier.”
Der Gier von Menschen, die auch vor der Schöpfung nicht Halt macht, muss Grenzen gesetzt werden.
Der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler hat unlängst betont: “Armut ist kein Schicksal”, “Armut wird gemacht“

 

20.7.21 10:10


B: 16. Sonntag im Jahreskreis: Jesus ist unser Leitbild!

 B: 16. Sonntag im Jahreskreis: Jesus ist unser Leitbild!
„Bruderliebe“ 18. 7. 2021.
Für mich persönlich bedeutet das eben gehörte Evangelium eine liebe Erinnerung an den Sonntag, dem 7. Juli 1950. An diesem Sonntag durfte ich in meiner Heimatpfarrkirche Kopfing die Primiz, mein erstes hl. Messopfer, feiern. Deutlich klingen mir noch die Worte des damaligen Evangeliums im Ohr: Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.
Dieser Satz stellt uns Jesus als Leitbild für unser ganzes Leben hin.
1.) Die unfassbare Liebe Gottes.
Es ist doch für uns alle so beglückend: Der unendliche Gott begegnet uns Menschen immer wieder mit einer Liebe, die wir armselige Menschen gar nicht erfassen können. Der sichtbare Ausdruck der Liebe Gottes ist der Gottessohn Jesus Christus. Sie gipfelt in seiner Aussage: Eine größere Liebe hat keiner, als der, der sein Leben hingibt für seine Freunde!
Johannes, der Lieblingsjünger Jesu, hat das am tiefsten erfasst, da er in seinem Brief den prägenden Satz schrieb:denn Gott ist die Liebe.“. Als Jungpriester hat mir dieses Wort so imponiert, dass ich es als Motto auf mein Primizbildchen schreiben liess.
Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen.
Das war das Geheimnis für den großen Zustrom der Menschen zu Jesus. Instinktiv spürten sie: Der hat ein Herz für uns! Der meint es gut mit uns!
2.) Die Hochschätzung, die Jesus uns Menschen entgegen bringt.
Jesus wendet sich vor allem jenen armen, ausgestoßenen Menschen zu. Seine ganze Liebe gilt den vielen Kranken, den Sündern.
Sein Wort: „denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben“ zeigt seine ganze Hinwendung zu den Menschen in Not.
Das 2. Vatikanische Konzil war eine gewaltige Hinwendung zu den Menschen: Die Kirche ist für die Menschen da, so wie Jesus für die Menschen da ist!
Doch soll dieser Aufschwung, den uns das Konzil gebracht hat nicht erlahmen. Die Zeit schreitet voran und wir müssen uns dieser Zeit stellen. Das Konzil hat uns dieses Vermächtnis gegeben, da es sagte:
Zur Erfüllung dieses ihres Auftrags obliegt der Kirche allzeit die Pflicht, nach den Zeichen der Zeit zu forschen und sie im Licht des Evangeliums zu deuten.

 

2.7.21 14:54


B: 15. So. i. Jkr.: Wer predigen will, muss arm sein

 B: 15. So. i. Jkr.: Wer predigen will, muss arm sein


„Bruderliebe“ 11.7. 2021

Wenn ich zu diesem Evangelium reden muss, dann habe ich Gewissensbisse:  Ich habe ein Gehalt. Ich habe ein Bankkonto. Ich habe eine schöne Wohnung. Nicht bloß Sandalen, sondern feste Schuhe, nicht bloß einen Anzug, sondern mehrere. Und da steht: wer zur Predigt geschickt wird, soll nichts auf den Weg er mitnehmen, aber gar nichts außer dem notwendigsten.
In diesem Evangelium will uns Jesus sagen:
Wer predigen will, muss arm sein, er muss wenigstens auf der Seite der Armen stehen!
Jesus hat es uns so vorgelebt! Wir werden sagen: »wir sind keine Wanderprediger mehr. Die Verhältnisse sind anders. Die Zeit ist anders geworden. Aber wir dürfen es uns nicht so leicht machen. Verlassen wir damit nicht eine wichtige Voraussetzung aus für die Botschaft, die wir auszurichten haben? Wir kennen jenes bekannte Sprichwort: Wasser predigen und Wein trinken! Es geht um die Frage: Sind wir glaubwürdig?  Überzeugen wir von dem, was wir reden?
Ich möchte eine ganz persönliche Lebenserfahrung bringen:
Vor 70 Jahren wurde ich als Jungpriester in den aufstrebenden Industrieort Lenzing gesandt: Diese Pfarre war so richtig im Aufbau begriffen: Wir lebten in einer Barackenkirche.  Ich musste in einem engen Verschlag neben dem Hochaltar leben. Diese Armut verband uns vor allem mit den vielen Flüchtlingsfamilien der damaligen Nachkriegszeit, die auch in Baracken leben mussten. Sie waren unsere treuesten Kirchenbesucher.
20 Jahre später kam ich als Pfarrer an diesen Chemiefaserort. Mein Vorgänger hatte inzwischen ein Pfarrhaus gebaut, eine moderne Kirche wurde errichtet. Die damals modernen Flachdächer machten mir arg zu schaffen. Bei Regen konnte ich nicht genug Eimer zum Unterstellen auftreiben. Meine Hauptsorgen waren die notwendigen Reparaturen. Unwillkürlich dachte ich da an die Barackenkirche. Damals hatten wir mehr Zeit für die Seelsorge.
Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf.
Freuen wir uns, dass so viele Menschen auch heute sich auf machen, um diese frohe Botschaft von Jesus zu leben! Es gibt auch heute noch das Zeugnis einer Armut, die selbst nicht viel geben kann, aber die Menschen anzieht und zur Botschaft des Evangeliums führt.
Nur wenige kennen die Aktion „Don Bosco: Jugend eine Welt“
Jedes Jahr sind einige junge Menschen aus OÖ. bereit, ein Jahr ihres Lebens draußen für die Mission an den Ärmsten der Armen zur Verfügung zu stellen! Heute erleben wir eine Umkehr: Früher gingen von uns Missionare in die Missionsländer, heute ist es umgekehrt – von den Missionsländern kommen Missionare zu uns! Sind wir nicht Missionsland geworden? 
Evangelium heißt Frohbotschaft: Freuen wir uns über das Gute, das oft unbemerkt auch heute geschieht!

 

28.6.21 18:06


B: 14. So. im Jkr.: Wir brauchen Hilfe von oben!

 B: 14. So. im Jkr.: Wir brauchen Hilfe von oben!

„Bruderliebe“ 4. 7. 2021


1.) „Mit dem ist es nicht weit her!“
Den kennen wir schon! Oft haben wir diese abwertende Beurteilung über einen Menschen schon gehört.
Genauso ist es Jesus ergangen, als er in die ihm so vertrauten Synagoge seines Heimatortes Nazareth kam:
Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, staunten und sagten: Woher hat er das alles? Ist das nicht der Zimmermann? Und er zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte dort“.
2.) War das nur damals so?
Haben wir schon vergessen, welche himmelschreiende Not in Europa in den Nachkriegsjahren nach 1945 geherrscht hat? Gerade in den Städten waren viele Menschen am Verhungern! Es gab keine Arbeit! Da hat uns das damalige Amerika mit dem Marschallplan aus der Patsche geholfen!
Die Corona hat auch heute eine erschütternde Not über die ganze Welt gebracht. Wir können nur hoffen, dass diese schreckliche Korona- Pandemie bald durch Impfungen besiegt wird.
Österreich ist das Land, in dem die meisten Frauenmorde geschehen. Unser Land ist erschüttert über jenen grausamen Mord an der 13jährigen Leonie. So berichtet die leidgeprüfte Mutter

Nachdem die älteste Tochter von Tschetschenen in der Donaustadt verprügelt worden war, wollte die Familie weg aus Wien. Vor zwei Jahren wurde die 750-Euro-Wohnung , gegen das Haus in Tulln ge­tauscht, sagt die Mutter.

Wir haben unsere Kinder ohne jegliche Gewalt auf Selbständigkeit erzogen. Die Zwillinge sind schon fertig mit der Tischlerlehre, werden jetzt auch Sanitäter. Der Rest geht zur Schule",

Als Volksschülerin war Leonie extrem schüchtern.

„Mit 10 Jahren ging sie mit einem ihrer Brüder in eine Kampfsportschule. Von da am war sie richtig selbstbewusst“, berichten die Eltern.

Nach dem Schulwechsel aus Wien hatte sie einen Fünfer in Mathe. „Leonie hasste Mathe, sie wiederholte eine Klasse freiwil­lig." Manchmal blieb Leonie der Schule fern. „Sie war ein echter Rebell. Eben mein Nesthäkchen. Sie hatte ältere Freunde. Mit ihrer besten Freun­din machte sie alles. „Oft zog es Leonie noch in ihre Heimat Donaustadt", erzählt die Mutter. „3 mal kam sie nicht heim, ich machte sofort Anzeigen. Vor gut einem Jahr schaltete ich freiwillig die Jugendwohlfahrt ein. Ich musste mich ja auch rechtlich absichern" So berichtet die verzweifelte Mutter.
Im heutigen Evangelium erfahren wir; was uns auch heute nicht fremd ist: Die Leute von Nazareth nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. Weithin müssen wir das heute auch bei uns erleben! Gerade in dieser Zeit müssen wir Jesus hereinnehmen, denn ohne ihn können wir unsere vielen Probleme nicht mehr bewältigen!

 

2.7.21 15:12


B: 13. So. i. Jkrs.: Wie begegnen wir dem Tod?

 B: 13. So. i. Jkrs.: Wie begegnen wir dem Tod?
„Bruderliebe“ 27. 6. 2021

Unserer Zeit scheint keine Tabus zu haben. 
Über alles darf geredet, alles darf gezeigt werden. Nur ein Ereignis des Menschenlebens ist zum absoluten Tabu geworden: der Tod, das Sterben. Wir haben eine erstaunliche Technik entwickelt, den Tod zu verdrängen, das Sterben abzuschieben
Im reichen Amerika versucht man, dem Tod auch auszuweichen, indem wir ihn verfälschen- als liebliche Idylle: amerikanische Bestattungsgeschäfte richten den Toten je nach Wunsch kosmetisch her und bringen ihn mit viel Make-up in Pose- lächelnd oder verklärt/ jedenfalls blühend und schön
Der Tod aber bleibt ständiger Begleiter unserer Existenz.
Wir danken unseren Ärzten und Krankenschwestern, die ihr ganzes Können einsetzen, um unser  Leben zu verlängern, aber alle menschliche Kunst kann den Tod letztlich nicht auslöschen.

Wie begegnet Jesus  dem Tod?
Jesus begegnet dem Tod in einer ganz neuen, souveränen Weise; er weicht ihm nicht aus, sondern nimmt ihn ernst; er kapituliert nicht vor ihm, sondern er nimmt den Kampf mit ihm auf. Er geht dem Tod überlegen, ja siegessicher entgegen:Sei ohne Furcht, glaube nur!" Er flüchtet nicht in Worte der Verlegenheit: „So ist nun einmal das Leben, das kann man eben nicht ändern", auch nicht in Weinen und Jammern: die schreienden Klageweiber schickt er brüsk hinaus. Jesus sieht im Tod den letzten und schlimmsten Feind, jene gottfeindliche Macht, die das Leben nicht nur erniedrigt, sondern zerstört. In der Totenkammer des Jairus wird eine Verheißung gegeben: Der Gott des Lebens wird auch den Tod überwinden.
Einmal wird dieser Jesus nicht nur in die Totenkammer eines eben verstorbenen Mädchens gehen, sondern er wird selber „hinabsteigen in das Reich des Todes", er wird selber den Tod in seiner ganzen Furchtbarkeit erleben und durchleiden. Aber auch im Tod wird er dem Gott des Lebens begegnen; gerade im Tod wird er erfahren, dass Gott auch der Herr des Todes ist. So will uns diese Geschichte ein Wegweiser sein, der uns sagt: Für den gläubigen Menschen gilt auch noch im Anblick des Todes das Wort Jesu: „Sei ohne Furcht, glaube nur!" Die Liebe, die uns Jesus in seinem Kreuzestod, aber auch in seiner Auferstehung vorgelebt und vorgelitten hat, ist stärker als der Tod!

 

15.6.21 14:14


B 12: Gott ist mächtiger als alles Bedrohliche

 B 12: Gott ist mächtiger als alles Bedrohliche

 

„Bruderliebe“ 20. 6. 2021

 

Voll Vertrauen - in der Hand Gottes
Erste Lesung und Evangelium von diesen Sonntag: Vom Sturm und vom schäumenden Meer ist in beiden Texten die Rede, und Markus berichtet überdies, dass auf dem See Gennesaret das Schiff der Jünger gefährlich hin- und hergeworfen wird, ja, „es sich sogar mit Wasser zu füllen begann.“
„Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt, fährt durch das Meer der Zeit. Das Ziel, das ihm die Richtung weist, heißt Gottes Ewigkeit.“ Dieses Lied, ist auch schon alt, es „übersetzt“ die Stelle des Markus-Evangeliums in die Gegenwart.
Unser persönliches Leben, aber auch die Kirche werden gern mit einem Schiff verglichen, das auf dem Meer der Zeit, auf dem Meer des Lebens dahinfährt. Haben wir genügend Hilfsmittel, Ressourcen, die uns Orientierung geben? Das sind Fragen, die uns jetzt beschäftigen.
Die Jünger erleben genau das, was uns im Leben auch widerfährt. Zunächst bringt der Abend eine Situation der Ruhe und des Ausklanges. Das Evangelium sagt: Angst, Furcht, Leid sind unsere Lebensbegleiter.
Das Evangelium will Mut machen, das Leben zu meistern. Die Erfahrungen sind dabei allerdings recht bitter: Jesus sitzt im Boot, schläft, tut nichts. Spüren wir nicht auch in unserem persönlichen Leben die Erfahrung der Gottverlassenheit, die Erfahrung seiner Abwesenheit? In den Stürmen des Lebens werden viele nicht auf so wunderbare Weise gerettet, wie im Evangelium.
„Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?“ Die härtesten Anforderungen, Schicksalsschläge bewältigen viele Menschen nur mit Hilfe des Glaubens.
Das Gleichnis vom Seesturm sagt: Gott ist mächtiger als all das, was den Menschen bedroht. Wir können Manches im Leben nicht steuern, sondern alles vertrauensvoll in die Hand Gottes legen.

 

6.6.21 15:03


B: 11. So. i.Jkr. Das kleine Senfkorn Hoffnung

 B: 11. So. i.Jkr.  Das kleine Senfkorn Hoffnung

 

„Bruderliebe“ Mittwoch, 13. Juni 2021

 

Ein oft gehörtes Wort in unserer Zeit: Es gibt keine Wunder!
Und doch: Wer es versteht die Natur zu beobachten, der begegnet dem Wunder auf Schritt und Tritt.
Gerade jetzt nach diesen Regentagen erleben wir  eine förmliche Explosion des Wachsens. Wer im Garten arbeitet, kann das nur freudig bestätigen.
Das Wunder der Natur: Aus unscheinbaren Samenkörnern wachsen vor unseren staunenden Augen plötzlich so herrliche Pflanzen, vor allem Blumen mit einer Pracht, wie sie nur Gott schaffen kann!
Und schon stehen wir mitten drinnen im Evangelium dieses Sonntags: Jesus ist zutiefst mit der Natur verbunden! Immer wieder stellt er uns so herrliche Gleichnisse aus dem Leben der Natur vor Augen!
„Mit dem Reich Gottes ist es so,
wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät

Es gleicht einem Senfkorn.
Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern“

Eine wichtige Frage: Wo sind unsere jungen Leute?
Aus vielen Umfragen geht deutlich hervor: Unsere jungen Menschen sind aufgeschlossen für Spiritualität, für geistige Werte!
Unsere jungen Leute sind kritisch. Das ist auch ihr gutes Recht!
Wenn wir junge Menschen nach ihrem Glauben fragen, hören wir oft jene bekannte Antwort: Jesus ja, Kirche nein!
Ist das nicht ein Alarm für uns alle, die wir doch diese Kirche sind!
Wir dürfen keine abgehobene, überhebliche Kirche sein. Nein, wir müssen eine Kirche zum Anfassen sein. So hat es uns Jesus vorgelebt.
Kleines Senfkorn Hoffnung, uns umsonst geschenkt. An uns liegt es, dieses Wachstum zu sehen und zu fördern.

 

 

6.6.21 15:03


Herz Jesu Fest: Herz Jesu, ein Symbol für Gottes Liebe

 Herz Jesu Fest: Herz Jesu, ein Symbol für Gottes Liebe

„Bruderliebe“, 11.6. 2021

Der beliebte und lebenserfahrene Kardinal Franz König schreibt in einem seiner Bücher:
Versöhnung steht im Mittelpunkt jedes christlichen Lebens. Wir sollten es immer tun, denn wir leben in einer unversöhnten Zeit, einer unversöhnten Welt.--
Die Nachrichten, die uns die Medien täglich ins Haus liefern, bezeugen dies nur zu deutlich.
Als man vor ca. 100 Jahren hier in Wels den so genannten „Dom auf der Heide“ zu errichten begann, da haben sich viele tief gläubige Menschen mit einer Opferbereitschaft, die wir uns kaum vorstellen können, zusammengetan, um die Mittel aufzubringen, dieses grandiose Bauwerk errichten zu können.
Da haben sich aber auch die Menschen Gedanken darüber gemacht, welchen Namen man diesem „Dom auf der Heide“ geben soll. Die Menschen haben gespürt: Wir brauchen für unser Leben einen barmherzigen Gott. Sinnbild dieses barmherzigen Gottes ist das von der Lanze durchbohrte Herz unseres Erlösers, einfach das Herz Jesu
In Jesus ist die Liebe Gottes Mensch geworden
Menschen deshalb lieben, weil sie so „liebenswürdig“ sind, endet in einem Fiasko. Menschen sind nicht immer so liebenswert, dass man sie von selber gern hat. Feinden vergeben und Gegner gern haben, Böses mit Gutem vergelten, ist übermenschlich, wenn es nicht einen tieferen Grund gibt.
Gott ist die Liebe. Das ist die überraschende, unvorstellbare Botschaft, die zu uns kommt im 1. Johannesbrief. Es ist die allermenschlichste und die allergöttlichste Botschaft aller Zeiten. Der Gegensatz zu allen gängigen Ideologien. Das Evangelium ist keine Lehre. Das Evangelium ist Leben.
Die Liebe Gottes ist sichtbar, greifbar und fühlbar geworden in einem menschlichen Leib, in einem menschlichen Herzen, in der Person Jesu von Nazareth. Gott wird Mensch, damit die Menschen in Liebe zueinander Liebe werden.
Ich darf schließen mit einem Gedanken an das herrliche Gebirgsland Tirol.

In der Nacht vor dem Herz Jesu Fest da leuchten sie weithin hinein ins Tirolerland, diese ungezählten Herz Jesu- Bergfeuer: Sie leuchten herab von der Serles, sie leuchten herab vom Brandjoch, vom Glungetzer und wie alle diese herrlichen Berggipfel heißen mögen. Zugleich ist das aber auch ein Dank an Gott, der uns eine so schöne Heimat geschenkt hat.

 

9.6.21 13:59


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