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Über

Josef Kammerer, bin Pfarrer in Ruhe. Habe bereits 94 Jahre auf meinem Buckel. Ich wohne im Altenheim "Bruderliebe" Herrenstr.. 12, 4600 Wels. Ich möchte Interessierte an meinen Sonntagspredigten teil nehmen lassen.

 

Alter: 94
 


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C: 24. So. im Jkr.: Gott ist die Liebe

C:  24. So. im Jkr.:  Gott ist die Liebe
„Bruderliebe“ 15. Sept. 2019
Dieses  ergreifende Evangelium weckt in mir eine  Erinnerung an eine Zeit, die schon 70 Jahre zurückliegt: Als junger Mensch mit 25 Jahren, nach einem zweijährigen Kriegseinsatz, nach  der Kriegsmatura und nach einem vierjährigen Theologiestudium stand ich vor meiner Priesterweihe. Zusammen mit 27 Weihekollegen wurden wir im Heiligen Jahr 1950 in unserem Mariendom zu Linz zum Priester geweiht. Da gab es viele Vorbereitungen. Unter anderem mussten wir uns um die sogenannten Primizbildchen kümmern. Auf diesen Bildchen wurde unter unserem Foto auch unser Primizspruch angebracht. Da fand ich im 1. Johannesbrief jenen kurzen Satz: Gott ist die Liebe! Dieser prägnante Satz war wohl der kürzeste Primizspruch aller meiner 27 Weihekandidaten . Diesen Satz wollen wir auch über das Evangelium vom Verlorenen Sohn setzen.

Diese Einleitung zum heutigen Evangelium sagt viel aus :
In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören.
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten:
Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen
.“
Wir verstehen den Ärger der Pharisäer, sie verstanden sich als Hüter der Paragraphen und der Buchstaben.  Ihr ständiger Vorwurf: „Er lässt sich mit den Sündern ein und isst sogar mit ihnen." Wie kann man nur? Ein Mensch, der auf sich hält, gibt sich nicht mit dem armen Volk ab!

In der Nachfolge Christi ist es entscheidend, dass wir der Heuchelei und dem Lügen den Kampf ansagen und uns auch selbst nichts vormachen. .“ Heuchelei, das sei eine geistliche Schizophrenie– sie bestehe darin, dass man vieles predige, ohne sich aber selbst daran zu halten“ so Papst Franziskus.

Gott ist die Liebe

Gott kommt
nicht mit äußerer Macht, sondern er kommt in der Ohnmacht seiner Liebe, die seine Macht ist. Er gibt sich in unsere Hände. Er bittet um unsere Liebe. Er lädt uns ein, selbst klein zu werden, von unseren hohen Thronen herunterzusteigen und das Kindsein vor Gott zu erlernen.
Wir übersehen oft, daß Jesus in der Taufe am Jordan sich unter die Sünder einreihte und mit ihnen hinabstieg in die dunklen und schmutzigen Fluten, um den Menschen da abzuholen, wo er zu finden ist: in der Not und in der Verlorenheit der Schuld. „Er geht dem Verlorenen nach, bis er ihn gefunden hat."
Der Empfang des Heimkehrers und  die Großzügigkeit des Vaters setzen in Erstaunen; es gibt keinen Vorwurf und keinen Tadel für den Heimgekehrten. Der Vater hat wohl jeden Tag Ausschau nach seinem verlorenen Sohn gehalten, ja er läuft ihm sogar entgegen und lässt ein großes Fest feiern. Die tröstliche Botschaft für uns alle: Gott geht uns entgegen! Gott holt uns heim!

 

1 Kommentar 11.9.19 20:05, kommentieren

C: 23. So. i. Jkr. Wer nicht sein Kreuz trägt

C: 23. So. i. Jkr. Wer nicht sein Kreuz trägt

„Bruderliebe“ 8. Sept. 2019

Eigentlich erschüttert  uns dieses Jesuswort: „Wer nicht sein Kreuz trägt und hinter mir hergeht, der kann nicht mein Jünger sein.“

Unser Lebensziel heißt: Wie kann ich in meinem Leben ein glücklicher, zufriedener Mensch werden? 
Gerade wenn wir älter werden, steigen immer wieder solche und ähnliche Fragen auf. Es ist nun einmal unser natürliches Streben: Am Ende unserer Tage wollen wir unserem Schöpfergott ein von Liebe und Dank erfülltes Lebenswerk zurück geben.
Wir alle stehen mitten drinnen in einer Zeit, die uns die verschiedensten Lebensmodelle anbietet. Als Menschen, die vieles in dieser modernen Zeit mitgemacht haben, wissen wir nur zu gut, dass diese Anpreisungen nur zu leicht den verschiedenen Fernsehspots gleichen:
Viel Lärm um nichts!


Die moderne Wissenschaft müht sich redlich, um uns fundierte Wegweisungen für ein erfülltes Leben geben zu können.
Ich darf hier den großen
Psychoanalytiker Erich Fromm anführen: 1900 als Sohn jüdischer Eltern geboren wuchs er in Frankfurt auf. Im deutschen Heidelberg studierte er Soziologie und setzte sich zudem intensiv mit den Lehren des jüdischen Talmud auseinander. Nach der Machtergreifung Hitlers wird das ganze Frankfurter Institut für Sozialforschung in die USA verlegt.1980, wenige Tage vor dem Erscheinen der zehnbändigen Gesamtausgabe seiner Werke , ist er in der Schweiz verstorben.
Vier Jahre vor seinem Tod verfasst Fromm sein Werk »Haben oder Sein«.
Darin stellt er fest: „Wir sind eine
Gesellschaft unglücklicher Menschen: oft einsam, von Ängsten gequält, deprimiert,  abhängig.“ Und warum? - Der Mensch verwechselt beständig sein Wesen mit seinem Besitz und glaubt, er bestehe durch das, was er hat, und ist folglich stets darum bemüht, mehr zu haben. Das ist ein fataler Fehler mit schrecklichen Folgen für die Menschheit, denn Habgier und Frieden schließen sich aus. Wir alle kennen ja diese moderne Lebensmotto „Hast du was, dann bist du was“
Unser Dichterfürst Johann Wolfgang Goethe hat Nagel auf den Kopf getroffen als er damals schon sagte: „Nichts kann der Mensch so schwer  vertragen als eine Reihe von guten Tagen“
Gerade in unseren alten Tagen klopft oft das Leid an unsere Lebenstür:
Die Frage nach dem Sinn des Leidens gehört zu den großen, bleibenden Fragen des Menschen.Mit ihr wächst oder scheitert die Bindung zu Gott

Leid kann man nicht verstehen, Leid muss man bestehen. Jesu  Christus verleiht dem Leid der Menschen durch seinen Tod am Kreuz einen Sinn!
 Ein wichtiger Grundsatz für uns Christen: Vom Evangelium Jesu nicht nur zu
reden, nein wir sollen unsere ganzen armseligen menschlichen Kräfte einzusetzen, dieses Evangelium auch  glaubwürdig zu leben!

4.9.19 21:26, kommentieren