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Josef Kammerer, bin Pfarrer in Ruhe. Habe bereits 95 Jahre auf meinem Buckel. Ich wohne im Altenheim "Bruderliebe" Herrenstr. 12, 4600 Wels. Ich möchte Interessierte an meinen Sonntagspredigten teil nehmen lassen.

Alter: 95
 



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A 16. So. i. Jkr: DER GOTT DER GEDULD

 A 16.  So. i. Jkr: DER GOTT DER GEDULD

„Bruderliebe“19. 7. 2020

Dieses Evangelium gibt uns einen Einblick, wie Gott die Welt lenkt: nämlich mit einer unbegreiflichen Geduld und Nachsicht; mit einer Geduld, die auch das Unkraut wachsen lässt; oder dürfen wir sagen: mit einer Geduld, die auch dem Unkraut, dem Bösen in der Welt die Chance der Bekehrung gibt?
Wir ungeduldigen Menschen möchten freilich fragen: Warum schlägt hier Gott nicht drein!
*Papst Benedikt brachte das auf den Punkt mit den Worten:
Wir leiden unter der Geduld Gottes. Und doch brauchen wir sie alle. Der Gott, der Lamm wurde, sagt es uns: Die Welt wird durch den Gekreuzigten und nicht durch die Kreuziger erlöst. Die Welt wird durch die Geduld Gottes erlöst und durch die Ungeduld der Menschen verwüstet.
1.) Wir, möchten Gottes Gericht voraus nehmen, möchten jetzt schon das Feuer anzünden, um das Unkraut zu verbrennen,
und das, obwohl wir uns doch zuerst in aller Demut fragen müssten, ob wir nicht selbst  Gottes Geduld so nötig haben.
Der hl. Ambrosius hat darüber nachgedacht und ist zu dem Schluss gekommen:
„Nimm die Verfolgung hinweg und es gibt keine Märtyrer mehr! Nimm die Prüfungen weg und es gibt keine Heiligen!"

 

In letzter Zeit ist die Zahl der Katholiken in China auf geschätzte 12 Millionen angewachsen, und das trotz der brutalen Verfolgung durch die kommunistischen Machthaber.

Die Verfolgung geht weiter. Bis zu zwölf Bischöfe werden gefangen gehalten – in Hausarrest, in Gefängnissen oder sind gezwungen, sich vor der Polizei zu verstecken.
Dennoch gibt es viele Zeichen der Hoffnung. Chinas Priester berichten von bis zu 10.000 Erwachsenentaufen jährlich.

Während im satten Westen die Zahlen der Kirchenbesucher zurück gehen, erlebt jetzt die Kirche Chinas einen Frühling des Glaubens.

Gott will uns eine dreifache Antwort gegeben:

1. Gott wird seine Pläne durchsetzen und zu Ende führen:

Gott wird sich eine Welt schaffen, in der die Trennung vollzogen wird zwischen Weizen und Unkraut zwischen Gut und Böse. Das Reich Gottes wird kommen ja dann, wenn der Herr einst wiederkommt".

2. Jetzt aber gilt Geduld und Bewährung:

Das Reich Gottes ist angebrochen, aber es ist noch nicht vollendet. Noch sind wir auf der Wanderung und nicht am Ziel. Noch gilt Geduld und Bewährung. Uns gilt Jesu Wort: sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus.
3. Dieser Zustand ist leidvoll, aber zugleich voll Hoffnung:

Noch sind alle Möglichkeiten offen. Noch kann sich das was wir heute für Unkraut halten, morgen als Weizen entpuppen.. Denn immer noch ist Gott der, derden glimmenden Docht nicht auslöscht und das geknickte Rohr nicht zerbricht"

Gottes Geduld ist also nicht Schwäche sondern Zeichen seiner Stärke:
Wer das letzte Wort spricht kann zuwarten, kann Geduld haben.

 

2.7.20 09:29


A: 15. So.i. Jkr.: Ein Sämann ging aus

A: 15. So.i. Jkr.: Ein Sämann ging aus

 

Bruderliebe“:  12. 7. 2020

 

Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen.//
Dieses Gleichnis ist eigentlich leicht verständlich.

Die Überraschung dieses Gleichnisses ist aber dies:


1.) Auch Gottes Wort kann scheitern,
auch Gott kennt den Misserfolg. Gottes Wort wird als Saat in die Welt gesät, aber auch diese Saat kann fehl gehen.
Diese Erfolglosigkeit Gottes kann uns dazu führen, an Gottes Allmacht zu zweifeln, denn in der heutigen Welt entscheiden Leistung, Erfolg. Nicht die Gesinnung zählt, sondern das, was erreicht wird. Das Zauberwort von heute heißt Erfolg.
Gott aber erscheint uns nicht als Gott des Erfolges. Wir ver­stehen das nicht und fragen: Müsste nicht Gottes Wort frucht­barer, Gottes Macht bezwingender, sein in dieser Welt ?
Macht und Ansehen: Das wollen wir doch alle in dieser heutigen Zeit. Dabei merken wir gar nicht, dass es uns dabei nicht um Gott, sondern um unsere lächerliche Eitelkeit geht!

2.) Gott kommt zu uns machtlos,
damit stellt er auch unsere Macht bloß.

Die Antwort heißt: Gott ist ein Gott der Freiheit. Seine Art ist nicht die Erpressung, sondern das freie Angebot:
Den Seelsorgern, die enttäuscht fragen: „Ist mein Seelsorgsarbeit nicht ein ständiges Säen auf den harten Weg und auf steinigen Boden und unter Dornen?"
Wir haben kein Recht, uns verbittert zurückzuziehen. Wir werden nicht nach dem Erfolg gefragt, sondern nach der Beharrlichkeit unserer Aussaat und nach unserer Geduld, in der sich die Echtheit unserer Liebe erweist: Paulus sagt „Die Liebe ist geduldig"
Gottes Wort und Gottes Reich kommt nur in Mühsal und Geduld voran. Alles Sieghafte wird aufgespart bis zum Tag der Ernte.
Dass dies auch wir als Kirche wieder neu begriffen haben, dass wir als Kirche Christi unsere Aufgabe nicht zuerst im Erfolg, sondern in der Geduld und Redlichkeit der Aussaat erkennen, ist ein Zeichen der großen Hoffnung.

3.) Die zweite Überraschung
ist dies: trotz aller Misserfolge, trotz aller Abweisung erreicht das Wort letztlich doch sein Ziel:
„Ein Teil aber fiel auf guten Boden und brachte Frucht: hundertfach, sechzigfach/ dreißigfach.//
Wer bedenkt, welchen Schwierigkeiten die Saat Gottes in dieser Welt ausgesetzt ist: Denken wir nur an großen Schwierigkeiten, die uns die Coronakrise gebracht hat! Wir dürfen die Früchte im Reiche Gottes nicht als selbstverständlich hinnehmen, sondern als das wahrhaft überraschende Wunder des Gottes, der sich trotz aller Widerstände in Geduld durchzusetzen vermag.
Als gläubige Menschen müssen wir heute zu oft, gegen die Zeitenströmungen schwimmen, um zu den Quellen unseres Glaubens kommen zu können.

Am Ende steht die Ernte. Und dieses Wunder ist desto größer, je größer die Widerstände waren, die sich dieser Ernte entgegenstellten. Niemand kann den Sieg Gottes verhindern.
Wir alle haben die Möglichkeit, Gott zu erlauben, dass er in uns das Wunder des guten Erdreichs und dadurch das Wunder der guten Ernte wirkt.

 

21.6.20 16:09


A: 14. So.i. Jkr. :Von der Felswarte unseres Glaubens aus.

 A: 14. So.i. Jkr. :Von der Felswarte unseres Glaubens aus.


„Bruderliebe“, 5. 7. 2020


Die 1. Lesung und Evangelium dieses Sonntags, bringen sehr kurze, prägnante Botschaften, sind Leitlinien auf dem Weg hin zu Gott

Der Prophet Sacharja stellt uns eine Realutopie vor Augen:
1.) Weg mit den Waffen!
Heute könnte man sagen: Weg mit Atombomben, Raketen, Gewehren. Man kann Konflikte auch anders austragen.
Die technische  Entwicklung der Waffen, vor allem der Atomwaffen, berechtigt zur nüchternen Erkenntnis:

Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende.

Also:. Das Geld, das für Kriege, damals und heute ausgegeben wird, ist in Sozialprojekten wesentlich besser und gewinnbringender angelegt

 

 2.)Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde,
weil du all das den Weisen und Klugen verborgen,
den Unmündigen aber offenbart hast.
Das klingt ja so, als hätten nur die Ungebildeten, die Naiven vor Gott eine Chance.

Jesus kritisiert vor allem die selbstbewussten und eingebildeten Schriftgelehrten, die durch ihre kleinkarierte Auslegung der Bibel, den Kleinen, denen, die sich ehrlich abmühten, den Weg zu Gott verstellt haben

Klugheit und Weisheit haben in der Heiligen Schrift großen Stellenwert. Weisheit umfasst eine bestimmte Ganzheitserfahrung von Leib-Seele-Geist, aber auch die Verbindung von Diesseits und Jenseits. Diese scheint uns verloren gegangen zu sein, weil wir Weisheit eher auf Vernunft, Verstand und Vielwissen einschränken.
Weisheit ist aber auch ganz wesentlich der Blick auf  die Sinngebung allen Lebens.

Jesus nimmt die in den Blick auf die, die unmündig sind, die am Rand der Gesellschaft stehen. Letztlich sind das wir alle, die im Lauf des Lebens schwere Lasten zu tragen haben.


3.)Aber dann noch der schwer verständliche Satz: "Mein Joch drückt nicht, meine Last ist leicht."
Der Trost: "Ihr werdet Ruhe finden!"
Welche Ruhe? Die des Friedhofs, wo sich alle Probleme selbst erledigen?

Gemeint ist jene innerliche Ruhe, die tiefen Halt und Sicherheit verleiht, die weiß, dass der Herr auch in den schwersten Stunden bei uns ist, der meinem Leid einen bleibenden Sinn gibt.

Als gewesener Bergsteiger durfte ich oft erfahren, welch Standfestigkeit und Halt uns der gewachsene Fels geben kann.
Wie oft durfte ich von den Felsenwänden unserer Berge hinausblicken in unsere so schöne Bergheimat.
Als gläubige Christen stehen wir mitten drinnen in der schützenden Felswand unseres Glaubens.
Von dieser Felswarte aus dürfen wir auch hineinblicken in jene Zukunft,die Gott denen bereitet hat, die ihn lieben!“

 

 

14.6.20 15:41


A: 13. So. i. Jkr .: „Wer mein Jünger sein will, der nehme das Kreuz auf sich“

 A: 13. So. i. Jkr .: „Wer mein Jünger sein will, der nehme das Kreuz auf sich“

 

„Bruderliebe“ 28. 6. 2020

Politiker versprechenden den Menschen immer wieder das Paradies auf Erden. . .

Jesus von Nazaret wäre für solche Politiker und Systeme als Propagandaminister schlecht zu gebrauchen.
Er hat seiner Gefolgschaft keine lockenden Wahlgeschenke versprochen; er schenkt vielmehr denen, die ihm nachfolgen wollen, reinen Wein ein:
Wer mein Jünger sein will, der nehme das Kreuz auf sich und folge mir nach!
Warum hat er trotzdem eine Anhängerschaft gefunden wie kein anderer vor ihm ?
Er geht mit gutem Beispiel voran: Er fordert von den Seinen die Bereitschaft, „das Leben zu verlieren", aber erst, nachdem er selber sein eigenes Leben hingegeben hat. Er fordert das Kreuz, aber nur das Kreuz, das er selber bis zum bitteren Ende als erster getragen hat. Er fordert harte Konsequenzen, aber er selber hat noch viel konsequenter den Willen Gottes getan, den er es von uns fordert. Er kann Gefolgschaft fordern, weil er den Seinen vorangeht.

Er hat das Kreuz tragbar gemacht, indem er ihm einen Sinn gibt. Er hat dem Kreuz den bittersten Stachel, den Stachel der Sinnlosigkeit, genommen, indem er das Kreuz, das er freiwillig auf seine Schultern nahm, zum Zeichen der rettenden, befreienden Liebe machte.
Jesus weist auf das uns allen bekannte Naturgesetz hin: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein, wenn es aber stirbt bringt es reiche Frucht“  

Jesus hat das Kreuz entschärft, indem er uns seinen Sinn enthüllte:

Seitdem Christus das Kreuz aus Liebe zu uns auf seine Schultern nahm, hat es

zwar nicht seine drückende Schwere, aber seine Sinnlosigkeit verloren. Es kann nun zur Leiter werden, die nach oben führt, zu einem Leben der inneren Freiheit einer sich hingebenden Liebe, die das unbewältigte Leid der anderen mitträgt, so wie Christus unser aller Leid nach Golgota hinauftrug, um Leid und Tod unter das Gesetz des Weizenkornes zu stellen, das erst durch den Tod hindurch viele Frucht bringt.
Vielleicht denken wir daran, wenn wir in diesen Ferientagen auf der Höhe eines Berges dem Kreuz begegnen. Das Kreuz Christi gehört auf die Berge, weil es die Kraft hat, uns aus den Tälern in jene Höhe zu führen, die uns den Blick frei gibt für den Gott, der gerade durch Kreuz und Leiden zur Herrlichkeit der Auferstehung zu führen vermag.
Unser bekannte Dichter Adalbert Stifter  bekennt aus eigener Erfahrung:
Der Schmerz ist ein heiliger Engel, und durch ihn sind die Menschen größer geworden als durch alle Freuden dieser Welt.

 

 

14.6.20 15:29


A 12. So. i. Jkr.: Fürchte dich nicht, ich bin bei dir!

 A 12. So. i. Jkr.: Fürchte dich nicht, ich bin bei dir!


„Bruderliebe“ 21. 6. 2020

Fürchte dich nicht, ich bin bei dir
Diese Zusage Gottes an den Menschen steht 365 mal in der Bibel,.:
Fürchte dich nicht, ich bin bei dir!.“
Die Angst, die Unsicherheit hat auch vor den Toren der Kirche nicht Halt gemacht.

Vor einigen Jahren wurde der
1.) Innviertler Bauer und Mesner Franz Jägerstätter im Dom zu Linz feierlich selig gesprochen.
Allein auf sein waches Gewissen gestellt wurde Franz Jägerstätter zu einem Propheten
mit einem Weitblick und Durchblick wie ihn damals die wenigsten seiner Zeitgenossen hatten.
Er hat durchschaut die ganze Barbarei des menschen- und gottverachtenden Systems des Nationalsozialismus, dessen Rassenwahn, dessen Ideologie des Krieges, dessen erklärten Vernichtungswillen gegenüber Christentum und Kirche.
Einige Zeilen aus seinem Abschiedsbrief bezeugen seinen aufrechten und furchtlosen Glauben

Gott zum Gruß Herzallerliebste Gattin. Und alle meine Lieben.

…Heute früh um zirka halb 6 Uhr hieß es sofort anziehen das Auto wartet schon, und mit mehreren Todeskandidaten ging dann die Fahrt hierher nach Brandenburg, was mit uns geschehen wird, wussten wir nicht. Erst zu Mittag teilte man mir mit, dass das Urteil am 14. bestätigt wurde und heute um 4 Uhr nachmittags vollstreckt wird. Will euch nun kurz einige Worte des Abschiedes schreiben. Liebste Gattin und Mutter. Bedanke mich nochmals herzlich für alles, das Ihr in meinem Leben alles für mich getan, für all die Liebe und Opfer, die Ihr für mich gebracht habt.

Wir dürfen auch nicht verschweigen, dass auch heute in manchen Ländern Asiens und Afrikas Christen wegen ihres Glaubens verfolgt, eingekerkert und auch hingerichtet werden.

2.) In  den reichen Industrieländern haben wir andere Ängste
Welche Ängste bedrängen uns - engen unser Leben ein – Wir wissen um eine ganze Fülle von Ängsten:
Darf ich aus der Fülle ein Beispiel heutiger Not heraus greifen:
Eine Not, die Angst auslöst: Völlig überraschend hat die Coronakrise  die ganze Welt erfasst. Eine Not, die Angst auslöst, wo es keine schnellen Lösungen gibt.
Jesu Worte soll uns allen wieder Mut machen:
Fürchte dich nicht, ich bin bei dir!
In den Gefahren einer weltweiten Pandemie, aber auch in der Hoffnung auf eine baldigen Verbesserung richten wir den Gebetsruf unserer Vorfahren an Gott:
Sende aus deinen Geist und alles wird neu!

 

7.6.20 16:32


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