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Über

Josef Kammerer, bin Pfarrer in Ruhe. Habe bereits 92 Jahre auf meinem Buckel. Ich wohne im Altenheim "Bruderliebe" Herrenstr.. 12, 4600 Wels. Ich möchte Interessierte an meinen Sonntagspredigten teil nehmen lassen.

 

Alter: 93
 


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B: 33. So.i. Jkrs.: „Fürchtet euch nicht“



„Bruderliebe“ 18. 11. 2018
In jenen Tagen, nach der großen Not,  wird sich die Sonne verfinstern,
und der Mond wird nicht mehr scheinen;  die Sterne werden vom Himmel fallen,
und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.“

1.) Mit diesen Worten geht das so genannte „Markusjahr nun zu Ende!
Markus verfasste das älteste, griechisch geschriebene Evangelium für eine Gemeinde, die größtenteils aus Heidenchristen bestand.
Jesus  hat klar über das kommende Ende dieser Welt gesprochen
 „Jenen Tag aber und die Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater“
Wir wissen, dass gewisse Sektenprediger das genaue Datum dieses Untergangs der Welt immer wieder voraus sagen und sich immer wieder blamieren. Mit solchen Vorhersagen wollen sie den Menschen Angst einjagen:
Die Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. Sie führt zur Enge!
Kein anderes Wort zieht so nachdrücklich durch die biblischen Texte und die Botschaft Jesu, wie das ermutigende „Fürchtet euch nicht
An Stelle von Angst wollen dem Schöpfergott  unseren Dank für diese wunderbare  Schöpfung aussprechen!
Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte, die Du geschaffen durch Dein Allmachtswort, wenn ich auf alle jene Wesen achte, die Du regierst und nährest fort und fort, dann jauchzt mein Herz Dir, großer Herrscher, zu: Wie groß bist Du!
Papst Franziskus hat Wissenschaftler dazu aufgerufen, bei der Suche nach Wahrheit hartnäckig zu sein. „Man braucht niemals Angst vor der Wahrheit zu haben, noch sich in Positionen der Verschlossenheit zu verbarrikadieren“, sagte der Papst einer Gruppe von Astronomen von Weltrang, die er zu sich gerufen hat . Er riet den Forschern: Wer „auf die Peripherien des menschlichen Wissens“ zugehe, kann eine echte, „das Herz erfüllende“ Gotteserfahrung machen.“
Wir Christen sollen uns freuen über die großen Erfolge der Astronomie. Das öffnet unsern Blick für die Wunder der Schöpfung :
2.) Wir feiern heute den „Elisabethsonntag“
Elisabeth war die Tochter von König Andreas II. von Ungarn und ihrer Mutter Gertraud, eine gebürtige bayrische Adelige, aus dem bekannten bayrischen Geschlecht der Andechs . Elisabeth  wurde 14jährig mit dem Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen verheiratet und lebte am thüringischen Hof auf der Wartburg. Ihr Gatte starb als Kreuzfahrer. Heinrich Raspe, der Stiefbruder von Ludwig,  verdrängte sie mit ihren drei kleinen Kindern von der Wartburg und wies ihr Marburg als Witwensitz an , dort gründete sie eines der ersten Spitäler. Sie verzehrte ihre Kräfte in der Betreuung der Armen und Kranken , erschöpft von ihrem aufopferungsvollen Dienst, starb sie früh vollendet  im Alter von 24 Jahren  in Marburg. Ihr Grab wurde bald zu einer Pilgerstätte der Amen und Kranken.
Elisabeth verzehrte sich im Dienst an Kranken und Armen.

Der Einsatz ihres Lebens gibt denen, die auch heute in der Welt keine Stimme haben, ihre unüberhörbare Stimme.
Die Frohbotschaft diese Elisabethsonntags:
Jeder Mensch hat die Chance, mindestens einen Teil der Welt zu verbessern,
nämlich sich selbst. Das letzte Wort auch in  unserem Leben  hat Gott.
Und Gott ist die Liebe!

13.11.18 18:12, kommentieren

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Das mitreißende Beispiel

„Bruderliebe“ 11. 11. 2018

Jesus beobachtet  genau: Im heutigen Evangelium führt er uns ein abschreckendes, aber auch ein mitreißendes Beispiel vor Augen. 
 1.) Das abschreckende Beispiel:
Die Scheinfrömmigkeit der Schriftgelehrten: Scharf und prägnant geißelt er  den Missbrauch der Religion: „Nehmt euch in acht vor den Schriftgelehrten!" Sie sind zwar  Spezialisten in Glaubensfragen und haben für alles eine Schriftstelle parat.  Ihre Frömmigkeit ist  nur leerer Schein, bloße Äußerlichkeit!  Ihr inneres Streben  ist: Herrschsucht und Habgier, Profitsucht und Eitelkeit.
Wichtig ist dieses Jesuswort „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer“. Er meint damit die Heuchelei. Sie ist eine innere Spaltung: Man sagt das eine und tut das andere, eine Art geistliche Schizophrenie.
Wir würden  das  Evangelium völlig missverstehen, wenn wir nun mit einem Finger auf andere deuten, ohne zu bedenken, dass dabei drei Finger auf uns selbst zurückzeigen. Wir wissen doch. als Christen versagen  wir oft genug  und wir tun oft zu wenig dort, wo wir helfen könnten.
Das bekannte Wort von Kardinal Koch soll uns nachdenklich machen:
„Mit der  Christianisierung der römischen Imperiums begann die Imperialisierung des Christentums“. Wir können es nur dem Wirken des Heiligen Geistes zuschreiben, dass die politisch so mächtig gewordene Kirche nicht zugleich mit dem mächtigen Römischen Imperium untergegangen ist! Unsere bekannte Österreicherin  Bertha v. Suttner hat recht, wenn sie sagt: Macht erzeugt Übermut!

Wir können nicht genug dem schlichten Roncalli-Papst Johannes XXIII danken für den  mutigen Entschluss , das 2.Vatikanischen Konzil einzuberufen. Damit hat er die Kirche ins  20. Jhdt. geführt.

Das Konzil bleibt für uns ein Auftrag: Die Kirche benötigt immer Reformen, um sich selbst treu zu sein, sagt Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin.
2.) Nun aber das mitreißende Beispiel,
das uns diese kleine bescheidene Witwe gibt.
 Im völligen Gegensatz zur Scheinfrömmigkeit der Schriftgelehrten steht das selbstlose Vertrauen dieser Witwe. Sie gibt  ihr Letztes, nicht um gesehen zu werden, sondern sich ganz Gottes Güte und Sorge auszuliefern, weil sie überzeugt ist, dass sich dieser Gott an Großmut nicht übertreffen lässt.   So schenkt sie selbst in ganzer Hingabe und liefert sich ohne Vorbehalt einem letzten Vertrauen aus: Auf ihrer kleinen Gabe liegt der heimliche Glanz einer großen Liebe und eines unendlichen Vertrauens.
Wir dürfen nicht wegschauen von einer  bedrohlichen Entwicklung, die heißt:
Die Reichen werden immer reicher, die Armen werden immer ärmer!
Viel wird gejammert über den Glaubensschwund unserer Zeit. Wer aber  spricht vom stillen, bescheidenen Dienst unserer vielen kleinen Leute. In liebender Geduld tragen sie  oft die schwere Last  von Krankheit und drückenden Sorgen. Ihre Hilfsbereitschaft kann  uns nur zum Staunen bringen. Auch heute lebt unsere Kirche nicht von prunkvollem Auftreten, von feierlichen Erklärungen. Nein, auch heute lebt unsere Kirche vom mitreißenden Beispiel so vieler kleiner bescheidener Menschen. Es ist an der Zeit, ihnen dafür ein herzliches Vergelts Gott zu sagen.

1 Kommentar 6.11.18 13:43, kommentieren