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Über

Josef Kammerer, bin Pfarrer in Ruhe. Habe bereits 94 Jahre auf meinem Buckel. Ich wohne im Altenheim "Bruderliebe" Herrenstr.. 12, 4600 Wels. Ich möchte Interessierte an meinen Sonntagspredigten teil nehmen lassen.

 

Alter: 93
 


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C:Dreifaltgigkeitssonntag “Die Gottesfrage klopft an unsere Tür „

C:Dreifaltgigkeitssonntag  “Die Gottesfrage klopft an unsere Tür „

„Bruderliebe“16. 6 . 2019
1.)
Im Jahr  2004 starb Franz König im 99. Lebensjahr. Bis ins hohe Alter hinein hat er mit wachem Geist die modernen Entwicklungen unserer Zeit genau beobachtet. Einem seiner letzten Bücher gab er den Titel:  “Die Gottesfrage klopft an unsere Tür
In diesem Buch sagt er : „Noch mehr aber ist es der einzelne Mensch, losgelöst von geschichtlicher religiöser Gemeinschaftsbildung, der heute in das Zentrum unserer Aufmerksamkeit rückt.“

 
In der Vielfalt geistiger Strömungen  und Weltanschauungen sieht man viele Fragezeichen. Vielleicht erinnern  sich manche noch: Man hat sich geschämt, im Vorwort zur  europäischen Verfassung, Europas christliche Wurzeln zu erwähnen.
Das selbstbewusste Abendland mit seinen Werten, der Menschenwürde, der Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit muss sich bewusst sein, dass die Kirche nicht auf Europa, wohl aber Europa auf die Kirche angewiesen ist. Unsere Kirche ist Weltkirche geworden! Der satte, selbstzufriedene, in sich eingekapselte, hochmütige Christ wird der Welt nicht imponieren. Aber auch nicht ein Haufen sich gegenseitig bekämpfender, verleumdender, verketzernder Christen.

2.) „Wie hältst du’s mit der Religion?“
Das ist in Goethes Faust die berühmte Gretchenfrage.
Wie halten wir es mit der Religion?
Gerade
am Dreifaltigkeitssonntag wollen wir uns über diese wichtige Frage Gedanken machen.
Wie hält es das moderne Europa im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts mit der Religion? Wie halten wir es in unserem persönlichen Leben und in unseren Familien
mit der Religion?
Aufmerksame Beobachter sprechen heute von einem Wiedererwachen des Religiösen oder von einer religionsoffenen Atmosphäre in unserer Gesellschaft. In jedem Menschen steckt zutiefst das Bedürfnis und die
Sehnsucht nach dem Ewigen.
Viele Menschen unserer Zeit gehen still in Kirchen und ersehnen einen Augenblick innerer Ruhe. Sie gehen auf alten Pilgerwegen – etwa nach Santiago – und spüren dabei den Pfaden ihres Seelenlebens nach. Sie suchen nach geistlichen Ratgebern und hoffen auf Wegführer zu treffen, die sie über ihren Alltag hinaus führen
.

3.)
Gott einlassen
Rabbi Mendel von Kozk überraschte einige gelehrte Männer, die ihm die  Frage stellten: „Wo wohnt Gott?“ mit dieser Antwort: „Gott wohnt, wo man ihn einlässt
.“
Als   Teil der Weltkirche dürfen wir die erschreckende Not der jungen Kirche  in Afrika nicht  übersehen: Zweimal haben verheerende Zyklone das Land Mosambik  getroffen mit unvorstellbaren Folgen; „Wir sehen Kinder, die herumirren und nichts zu essen haben, Frauen, Männer, die aus Hunger und Verzweiflung das Saatgut essen, mit dem sie eigentlich ihre Felder bestellen sollen“, berichtet  ein Caritas Katastrophenhelfer.

Trotz der Anstrengung von allen hier in Mosambik in der Nothilfe, folgt jetzt auf die Naturkatastrophe die Hungerkatastrophe..Die Antwort der zivilisierten Menschheit: „Wir müssen Gott einlassen,  wir müssen helfen!“












1 Kommentar 9.6.19 20:05, kommentieren

Pfingstsonntag: „Löscht den Geist nicht aus!“

Pfingstsonntag: „Löscht den Geist nicht aus!“

„Bruderliebe“ 9.6. 2019

Die pfingstliche Lesung zeigt
das Wesentliche des Pfingstfestes für damals  und auch für heute:
1.) „es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer
. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt“
Wir können es uns kaum vorstellen, welcher Aufschwung, welche Begeisterung
durch die  kleine Schar der Anhänger Jesu gefahren ist. Sie hatten doch dieses Feuer, diese Kraft von oben so bitter nötig!
Der vom pfingstlichen Feuer ergriffene Petrus hat vom Stand aus eine Pfingstpredigt hingelegt:
3.000 ließen sich auf seine Predigt hin taufen!
Was wird heute gejammert
, weil so wenige Leute in unsere Kirchen kommen! Vor allem fehlen unsere jungen Leute!
Jammern nutzt doch nichts!
Fragen wir lieber warum?
In unseren Gottesdiensten ist oft bitter wenig vom pfingstlichen Feuer zu spüren!
Evangelium heißt Frohbotschaft!
Gerade unsere jungen Leute vermissen bei uns oft das Positive, das Aufbauende, die Freude!  Daher ihr bekannter Slogan: „
Jesus ja, Kirche nein!“

2.) Viele von euch durften das Erwachen des religiösen Lebens nach dem Kriegsende mit erleben.
 Es war das  Jahr 1954. Als junger Kaplan in der Arbeiterpfarre Lenzing durfte ich mit einem Bus voll junger Arbeiter zur großen Jungarbeiterwallfahrt nach Mariazell fahren. In Mariazell durfte ich erleben, wie schwungvoll der
Geist Gottes gerade bei den jungen Menschen in der Nachkriegszeit wirkte.
Die Begeisterung der 7500 Jungarbeiter kannte keine Grenzen mehr als der charismatische belgische Arbeiterpriester Cardijn die Rednerbühne betrat. Seine flammende und mitreißende Rede packte die Herzen dieser 7500 Jungarbeiter. Voll Begeisterung rief er  in die Menge hinein:

„Vor mehr als 50 Jahren, als mein Vater starb; mein Vater, ein einfacher Arbeiter.  Damals habe ich geschworen, dass ich mein Leben ganz geben werde für die Rettung aller jungen Arbeiter und der ganzen Arbeiterschaft, nicht allein von Belgien, sondern von der ganzen Welt“.

3.)  1962 feierten wir den Katholikentag Österreichs in Salzburg.

Sein  Motto: „Löscht den Geist nicht aus!“. 
Damals war ich Seelsorger der Bergarbeiter im nahe bei Salzburg gelegenen Trimmelkam-Riedersbach. So konnte ich  das begeisterte Geschehen dieses Katholikentages miterleben. Dieser Katholikentag  war geprägt von den Worten des rastlosen Völkerapostels  Paulus, gerichtet an die Christengemeinde in Thessaloniki . Er ruft ihnen zu : „Freut euch zu jeder Zeit! Betet ohne Unterlass! Dankt für alles; denn das will Gott von euch, Löscht den Geist nicht aus!“
Der Heilige Geist ist ein  Geist  der Freude!
Wie treffend sind doch die Worte unseres Papstes:

„Der Heilige Geist, der uns führt, ist der Urheber der Freude! Und diese Freude im Geist gibt uns die wahre christliche Freiheit. Ohne Freude können wir nicht frei werden, sondern bleiben Sklaven der Traurigkeit. Manchmal machen die Christen ein Gesicht, das mehr zu einem Friedhof passt als zum Gotteslob“

2.6.19 15:41, kommentieren