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Über

Josef Kammerer, bin Pfarrer in Ruhe. Habe bereits 94 Jahre auf meinem Buckel. Ich wohne im Altenheim "Bruderliebe" Herrenstr.. 12, 4600 Wels. Ich möchte Interessierte an meinen Sonntagspredigten teil nehmen lassen.

 

Alter: 93
 


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Dreikönig: Die Zeichen der Zeit verstehen


„Bruderliebe“ , 6.1.2019,

Wir Europäer glauben, dass wir in der Wissenschaft überall voraus sind. In der Sternenkunde waren uns die Menschen aus dem Morgenland voraus. Heute noch werden in der Astronomie manche Sterne mit arabischen Namen bezeichnet, wie Aldebaran, Beteigeuze und viele andere.
Im heutigen Evangelium werden diese sternenkundigen Männer im
griechischen Urtext Magoi, das heißt Weise, genannt. Diese sternenkundigen Männer haben
 1. die Zeichen am Himmel, die Zeichen ihrer Zeit verstanden!
Wir müssen uns vorstellen, dass diese Männer in eine völlig ungewisse Zukunft aufbrechen Sie müssen also Gewohntes, Vertrautes zurücklassen.
Sie haben das alles aufgegeben und sind einer völlig ungewissen Zukunft  entgegen gegangen. Sie sind einer inneren Unruhe gefolgt, die sie nicht mehr losgelassen hat.
Sie verfügten über die besondere Gabe, die Zeichen ihrer Zeit deuten zu können.

2.) Glaube trotz enttäuschender Wirklichkeit
Die Magier folgen einem Stern und lassen sich nicht irremachen, auch wenn die ersten Auskünfte, die sie am Hof des Königs Herodes erhalten, keinesfalls ermutigend sind.
Sie lassen sich auch nicht irremachen, als ihr Stern vor einem Stall stehen bleibt und sie darin eine Szene, von enttäuschender Wirklichkeit erblicken: Einen Mann und eine Frau, offenbar der ärmeren Bevölkerungsschicht angehörend und ein Kind, das nichts Außergewöhnliches an sich trägt. Was wäre verständlicher gewesen, als wenn sie nach diesen Erlebnissen das Handtuch geworfen und schleunigst zurückgekehrt wären in die Sicherheit einer vertrauten Umgebung. Aber die Magier sie kehren nicht um, sie bleiben. Sie knien vor diesem unscheinbaren Kinde nieder und bringen ihre Gaben!
3.) Menschen im Aufbruch

 Wären die Magier zuhause geblieben, in der Sicherheit und Beständigkeit ihrer geistigen Umwelt, sie hätten vielleicht nie so entscheidend zu ihrem Gott gefunden.
I have a dream! „Ich habe einen Traum“, mit dieser Friedensbotschaft hat Martin Luther King eine entscheidende Wandlung der damaligen amerikanischen Gesellschaft bewirkt!
Denken wir nur an jene führenden, visionären Menschen, die nach 1945 unsere Heimat aus einer aussichtslosen und auch trostlosen Lage allmählich herausgeführt haben.
Die Weisheit der Magier bestand darin, dass sie die Zeichen ihrer Zeit zu deuten verstanden.
Das Fest Erscheinung des Herrn ist wohl auch eine Deutung unseres eigenen Lebens.
Wer sein Leben nur für sich selber haben will, der kommt nicht weiter. Nur wer sich mutig auch für Ärmere einsetzt, findet einen Sinn für sein Leben. Anders gesagt:
Nur der Wagemutige findet den  Sinn seines Lebens.

1.1.19 20:01, kommentieren


Altjahr: „Alles hat eine bestimmte Stunde“

„Bruderliebe“ 31.12. 2018
Das Buch des Alten Testamentes Kohelet, oder auch Prediger genannt, will uns das Rätsel der  Zeit näher  erklären:

„Alles hat eine bestimmte Stunde, und seine bestimmte Zeit.
 hat jedes Ding unter dem Himmel.“

Gerade beim Jahreswechsel spüren wir: Wir alle sind hinein genommen in einen oft rätselhaften Fluss: Keiner kann sich diesem Fluss der  Zeit entziehen
Die Zeit gilt für uns Menschen auch als
Chance, die wir nützen sollen!
Ein Sprichwort sagt:
Die Großen gehen der Zeit  voran, die Klugen gehen mit ihr, nur die Dummen stellen sich ihr entgegen.
Wegweisend ist das Wort von Theodosius:“ Was Bedürfnis der Zeit, ist Gottes Wille."
4 Wegweisungen wollen wir fürs Neue Jahr mitnehmen:
1.)Blicke dankend rückwärts, 2.) gläubig aufrts, 3.) liebend seitwärts, 4.) mutig vorrts...

  1. Dankend rückrts: Das zu Ende gehende Jahr   ist hoffentlich eines, das Ihr Leben bereichert. Im Blick zurück dürfen wir oft einmal Gottes Spuren erkennen, wie sehr Gott immer wieder seine Hand im Spiel hat und so manches wunderbar fügt. Dafür wollen wir bewusst Dank sagen.

  2. Gläubig aufrts: Gott greift ein in die Geschichte der Menschen, so sehr, dass er einer von uns wurde, um unser Menschsein mit all seinen Höhen und Tiefen zu teilen. Er will uns Rettung bringen und Befreiung, Zukunft und Hoffnung. Wie kein anderer lebt uns sein Sohn vor, wie Leben gelingen kann in unbedingtem Gottvertrauen und in selbstloser Dienstbereitschaft. Gott wird Mensch, damit der Mensch Gott näher kommt.

  3. .Liebend seitwärts: Wir sind ja nicht allein unterwegs. Jesus hat uns vorgelebt, dass die neue Erde nur Wirklichkeit wird in einem Geist des Miteinander. Alle, die ihm begegneten, durften mit Achtung und Wertschätzung rechnen. An keiner Not ging er achtlos vorüber. Er bemühte sich einfach, jedem Menschen in seiner persönlichen Situation gerecht zu werden. Wer ist mein Nächster, den er mir mit dem Gleichnis vom Barmherzigen Samariter ans Herz legen möchte? Derzeit sind auf jeden Fall die vielen Asylsuchenden eine riesige Herausforderung.

 

  1. Mutig  vorrts: Noch wissen wir nicht, was uns das Jahr 2019 an Freude und an Schwerem bringen wird. Werden wir gesund bleiben, und wie wird es jenen gehen, die uns besonders am Herzen liegen? Dieses und jenes, das jetzt noch in frühem Stadium steckt, wie wird es sich weiter entwickeln? Wir dürfen mit großem Gottvertrauen in das Neue Jahr gehen..

Das Jahr geht hin, nun segne du
den Ausgang und das Ende.

Deck dieses Jahres Mühsal zu,
zum Besten alles wende

1 Kommentar 25.12.18 09:35, kommentieren