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Über

Josef Kammerer, bin Pfarrer in Ruhe. Habe bereits 92 Jahre auf meinem Buckel. Ich wohne im Altenheim "Bruderliebe" Herrenstr.. 12, 4600 Wels. Ich möchte Interessierte an meinen Sonntagspredigten teil nehmen lassen.

 

Alter: 92
 


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Pfingstsonntag: Ein Fest von blühendem Leben

Pfingsten ist das Fest der Kirche, mit dem viele erstaunlicherweise nicht wirklich etwas anfangen können. Es gibt keine Geschenke, keinen Baum, nicht einmal ein traditionelles Pfingstessen, nichts zum Angreifen und Bestaunen.

1.) Pfingsten heißt Mut zur Vielfalt, zur Unterscheidung der Geister .

a) In den äußeren Erscheinungsformen von Feuer und Sturm hat Gottes Geist die junge Kirche

durchgeschüttelt und bekräftigt.

Die ersten Jünger und Jüngerinnen wurden vom Heiligen Geist gepackt, ordentlich durchgeschüttelt, von dieser wahrscheinlich größten Begegnung, die sie je hatten. War das nicht für diese Menschen, für die Apostel, letztlich für die junge Urgemeinde Jerusalem, eine "Firmung", eine Bestätigung und Bekräftigung ihres Wirkens?

b) Dieses Wirken, das mit Freude, Kraft, Dynamik verbunden ist, kann nicht hinter verschlossenen Türen allein stattfinden,
So wird Pfingsten auch zum Geburtstag der Kirche, verbunden mit dem Auftrag der Sendung, hinauszugehen, um den Geist Gottes unter den Menschen spürbar und sichtbar zu machen
Diese Sendung soll eine Dynamik, eine Kraft entwickeln, ja soll so viel Begeisterung (=Geist) unter allen Menschen hervorrufen, soll mit dem Feuer der Liebe geschehen, damit sich Glaube und Vertrauen rasch ausbreiten.

2.) Mut zur Vielfalt - Mut zur Unterscheidung

a) Wer hinausgeht, ist angreifbar, verwundbar. Darum gibt es auch im pfingstlichen Geist die Gabe der Unterscheidung:
Die Gabe abzuwägen, zu differenzieren,  mit Vielfalt umgehen zu lernen.
Es gilt also da und dort, den Heiligen vom unheiligen Geist trennen zu können.

b) Um Unterschiede sehen zu können, muss man sie im Licht des pfingstlichen Feuers betrachten, , muss man selbst erleuchtet sein. Um unterscheiden zu können, muss man selbst beweglich sein. Das wird uns im pfingstlichen  Sturm sichtbar vor Augen geführt. Nur Lebendiges kann Lebendiges erwecken!

c) Die Unterscheidung beginnt mit dem Mut, nein zu sagen zu dem, was vorgesagt wird, beginnt mit dem Mut gegen jede Heuchelei aufzutreten, beginnt mit dem Mut zu denken und mit der Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, in ihrer Sprache zu reden, damit sie mich verstehen können. Nicht abgehoben zu reden, von oben herab, über die Köpfe der anderen hinweg.
 3) Der Heilige Geist hat vor mehr als zweitausend Jahren die Apostel gelehrt, in der Sprache der anderen zu reden, so zu reden, dass sie die anderen verstanden haben.
Das Wunder des ersten Pfingstfestes der Christenheit war ein Sprachenwunder. Der Heilige Geist, der die Apostel erfüllte, ließ sie so reden, dass jeder überzeugt war, in seiner eigenen  Sprache angeredet zu werden. Wir brauchen die  Fähigkeit, so reden, dass der andere sich nicht nur im Ohr angeredet, sondern auch im Herzen angesprochen fühlt.

Pfingsten lehrt uns, mit Vielfalt umzugehen, gegen  engstirnige Vereinfachungen aufzutreten. Der Heilige Geist will keine Paragraphenreiter!
Der gütige und kluge Papst Johannes XXIII
sagte treffend:
 "Wir sind nicht auf der Erde, um ein Museum zu hüten, sondern um einen Garten zu pflegen,
der von blühendem Leben strotzt und für eine schöne Zukunft bestimmt ist“

14.5.18 17:37, kommentieren

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Mutterliebe- ein Geschenk des Himmels!

Der Sonntag zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten ist in diesem Jahr zugleich Muttertag. Eltern prägen ihre Kinder und geben ihnen auf diesem Weg das Rüstzeug mit, dass sie ihr Leben gut gestalten können. Jesus hat seine Jünger geprägt und mit den Haltungen und Einstellungen ausgerüstet, mit denen sie das Werk Jesu fortsetzen können.
Jesu Wort:
 Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen!
ist an uns alle gerichtet. Eines der schönsten Geschenke ,die der gütige Gott dem Menschengeschlecht mitgegeben hat, ist das Geschenk  jener Liebe, die unseren Müttern hilft, damit sie ihre Kinder gut  hinaus ins Leben führen können! Heute, am Muttertag dürfen dankerfüllt sagen:
Mutterliebe ist ein Geschenk des Himmels!
Gott hat die Liebe zu ihren Kinder so fest in den Herzen unserer Mütter verankert, dass sie bis ins Heldenhafte führen kann:
Denken wir nur an jene heldenhafte Mutter aus den Trümmern des Zweiten Weltkrieges:
Zwei Jahre nach Waffenstillstand wurde in München eine Ruine abgetragen. Als man durch die Trümmer in den Keller vordrang, erkannten die Arbeiter, daß er durch einen Rohrbruch der Wasserleitung in der Bombemnacht überschwemmt  worden war. Sie zogen Skelette aus dem dunklen Gelass, und  hinten, wo die Decke gehalten hatte, erblickten sie, erschauernd, ein ungeheuerliches Bild. Da stand das Gerippe einer Frau.  an die Wand gelehnt, und hielt in den noch hoch emporge­streckten Armen das Gerippe eines Säuglings über den Kopf hinaus; unbegreiflich, daß dies noch möglich war, aber so stand wirklich das Knochengerüst der Mutter und trug ihr Kind. Als das Wasser in den Keller flutete, hatte sie, des eigenen Todes gewiss, nur einen Gedanken, ihr Kleines zu retten, und so reckte sie es in die Höhe. Ihr Wille war mächtig genug, daß ihr Körper das Kind noch hielt, als sie selbst ertrank, und immer noch hielt jahrelang, bis die Arbeiter eindrangen.

Jeder von uns hat ganz persönliche Erinnerungen an seine Mutter, die er in seinem ganzen Leben nie vergessen wird. So ein prägendes Erlebnis war für mich, als ich als zwölfjähriger Bauernbub meine liebe Heimat verlassen musste, um in Wels ins Gymnasium zu gehen. In der so schweren Stunde des Abschiednehmens fasste mich meine Mutter an der Hand und führte mich zum so genannten „Weihbrunnkessel“ in der Bergbauernstube. Mit den schwieligen Händen einer Bergbäuerin zeichnete sie ein Weihwasserkreuz auf  meine Stirne. Mit bewegender Rührung sagte sie noch: „So geh jetzt fort in Gottes Namen“ 
Wie innig sind doch die Worte jenes Liedes:
 O, hast du noch ein Mütterchen, So hab' es lieb und halt es wert! Und wenn dir hat der liebe Gott Ein schönes Erdenglück beschert: Sag's ihr, und du bist doppelt froh, Kein Herz teilt deine Freude so.
13. Mai 2018

11.5.18 14:48, kommentieren