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Das mitreißende Beispiel

„Bruderliebe“ 11. 11. 2018

Jesus beobachtet  genau: Im heutigen Evangelium führt er uns ein abschreckendes, aber auch ein mitreißendes Beispiel vor Augen. 
 1.) Das abschreckende Beispiel:
Die Scheinfrömmigkeit der Schriftgelehrten: Scharf und prägnant geißelt er  den Missbrauch der Religion: „Nehmt euch in acht vor den Schriftgelehrten!" Sie sind zwar  Spezialisten in Glaubensfragen und haben für alles eine Schriftstelle parat.  Ihre Frömmigkeit ist  nur leerer Schein, bloße Äußerlichkeit!  Ihr inneres Streben  ist: Herrschsucht und Habgier, Profitsucht und Eitelkeit.
Wichtig ist dieses Jesuswort „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer“. Er meint damit die Heuchelei. Sie ist eine innere Spaltung: Man sagt das eine und tut das andere, eine Art geistliche Schizophrenie.
Wir würden  das  Evangelium völlig missverstehen, wenn wir nun mit einem Finger auf andere deuten, ohne zu bedenken, dass dabei drei Finger auf uns selbst zurückzeigen. Wir wissen doch. als Christen versagen  wir oft genug  und wir tun oft zu wenig dort, wo wir helfen könnten.
Das bekannte Wort von Kardinal Koch soll uns nachdenklich machen:
„Mit der  Christianisierung der römischen Imperiums begann die Imperialisierung des Christentums“. Wir können es nur dem Wirken des Heiligen Geistes zuschreiben, dass die politisch so mächtig gewordene Kirche nicht zugleich mit dem mächtigen Römischen Imperium untergegangen ist! Unsere bekannte Österreicherin  Bertha v. Suttner hat recht, wenn sie sagt: Macht erzeugt Übermut!

Wir können nicht genug dem schlichten Roncalli-Papst Johannes XXIII danken für den  mutigen Entschluss , das 2.Vatikanischen Konzil einzuberufen. Damit hat er die Kirche ins  20. Jhdt. geführt.

Das Konzil bleibt für uns ein Auftrag: Die Kirche benötigt immer Reformen, um sich selbst treu zu sein, sagt Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin.
2.) Nun aber das mitreißende Beispiel,
das uns diese kleine bescheidene Witwe gibt.
 Im völligen Gegensatz zur Scheinfrömmigkeit der Schriftgelehrten steht das selbstlose Vertrauen dieser Witwe. Sie gibt  ihr Letztes, nicht um gesehen zu werden, sondern sich ganz Gottes Güte und Sorge auszuliefern, weil sie überzeugt ist, dass sich dieser Gott an Großmut nicht übertreffen lässt.   So schenkt sie selbst in ganzer Hingabe und liefert sich ohne Vorbehalt einem letzten Vertrauen aus: Auf ihrer kleinen Gabe liegt der heimliche Glanz einer großen Liebe und eines unendlichen Vertrauens.
Wir dürfen nicht wegschauen von einer  bedrohlichen Entwicklung, die heißt:
Die Reichen werden immer reicher, die Armen werden immer ärmer!
Viel wird gejammert über den Glaubensschwund unserer Zeit. Wer aber  spricht vom stillen, bescheidenen Dienst unserer vielen kleinen Leute. In liebender Geduld tragen sie  oft die schwere Last  von Krankheit und drückenden Sorgen. Ihre Hilfsbereitschaft kann  uns nur zum Staunen bringen. Auch heute lebt unsere Kirche nicht von prunkvollem Auftreten, von feierlichen Erklärungen. Nein, auch heute lebt unsere Kirche vom mitreißenden Beispiel so vieler kleiner bescheidener Menschen. Es ist an der Zeit, ihnen dafür ein herzliches Vergelts Gott zu sagen.

6.11.18 13:43

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Diethelm / Website (11.11.18 04:35)
Sehr schön!
Ich denke, ich bin ein guter Christ, aber kein Kirchgänger! Im Namen der Kirche wurde viel Unheil angerichtet!
Ich würde es begrüßen, wenn der Papst seinen goldenen Thron stiften oder versteigern würde - DAS wäre ein Zeichen gegen den Hunger in Afrika!
Ich bin selbst schwer behindert, aber ich habe meinen Humor und mein Urteilsvermögen nicht verloren!
Alle christlichen Kirchen sollten auf eine Vereinigung hinarbeiten, und die katholische Kirche sollte endlich das Zölibat kippen (Jesus hat das nie gewollt!) und Frauen das Priesteramt öffnen!
Schönen Sonntag noch aus Deutschland!
Diethelm

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