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C  5. Fastensonntag: Ein Netz der Liebe

 

„Bruderliebe“ 7. 4. 2019

In seiner Novelle „Das Netz berichtet der baltische Dichter Werner Bergengruen von einer Ehebrecherin.
In einem Fischerdorf war es üblich, Frauen wegen ihrer ehelichen Untreue in das Meer zu stürzen. Das war auch diesmal so geplant. Wie üblich, durfte die Frau noch ein letztes Mal mit ihrem Mann zusammentreffen. Dieser aber kam nicht. Das Urteil wurde vollstreckt, aber: Siehe da, am nächsten Tag erschienen beide wohl behalten im Dorf. Sehr eigenartig. Der Mann hatte unter dem Felsen ein Netz gespannt, um seine Frau zu retten. Es war ein Netz der Liebe, ein Netz der Vergebung.

1.) Gibt es da nicht Ähnlichkeiten zum heutigen Evangelium?
Das Problem scheint klar zu sein: Ehebruch steht  nach dem Buchstaben des Alten Testamentes unter Todesstrafe durch Steinigung.
 Die Frau kann sich nicht aus dem Staub machen. Es muss auffallen, niemand spricht vom beteiligten Mann. Sünde gilt in einer von Männern dominierten Welt offensichtlich nur für die Frau.
Der Hintergrund dieses Streitgesprächs ist recht kompliziert. Da kommen die Fallensteller, die Pharisäer, die sich ihrer Sache so sicher sind. Mit ihrer Frage des Ehebruchs berühren die Schriftgelehrten ein sehr heißes Eisen. Die sündige Frau ist nur Mittel zum Zweck. Jesus soll angeklagt werden.
Sie führen diese Frau zu Jesus, um ihn auszutesten, in der Hoffnung, dass Jesus ein Fehler unterläuft, dem sie ihm vorhalten können..
2.) Was passiert?
 Jesus stellt sich gegen das Gesetz. Somit scheinen die Pharisäer die Runde für sich entschieden zu haben. Sünde muss bestraft werden, nötigenfalls mit dem Tod. Aber: Bei Jesus steht der Mensch im Vordergrund. Die Tat an sich ist verwerflich, Jesus verurteilt die Sünde, nicht aber den Menschen.
Jesus vergibt bedingungslos: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“ Jesus weiß, dass Gott schon längst ein Netz der Liebe gespannt hat. Die Ankläger verschwinden urplötzlich.
3.) Umkehr
Jesus spricht aber auch deutlich die Umkehr an: „Geh`, und sündige von jetzt an nicht mehr!“ Umkehr heißt Änderung. Wenn das gelingt, ist das Reich Gottes schon in uns. Es ist eine Umkehr, die auf Liebe und Freiheit gegründet ist. Gesetzesgehorsam allein ist nicht genug.
Wir finden hier im Evangelium eine überraschend moderne Einstellung. Im Evangelium bekommt der Mensch die Chance. Wir hören die Frohe Botschaft von der Vergebung.
Was bedeutet das für uns heute?   Wir haben heute, durch viele Umstände bedingt, massive Beziehungskrankheiten, die es zu heilen gilt.
Schwierig wird es eben, wenn Umkehr mitten in unserem Leben in die Praxis umgesetzt werden soll.
Jesus ist gekommen, um zu heilen. Das geht nicht durch Ausschluss, sondern durch liebevolle gegenseitige Begleitung und  Einschluss !
Der  Weg der zugewandten Liebe und Barmherzigkeit ist der Weg  Jesu !

1.4.19 16:57

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(7.4.19 13:39)


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