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C: 24. So. im Jkr.: Gott ist die Liebe

C:  24. So. im Jkr.:  Gott ist die Liebe
„Bruderliebe“ 15. Sept. 2019
Dieses  ergreifende Evangelium weckt in mir eine  Erinnerung an eine Zeit, die schon 70 Jahre zurückliegt: Als junger Mensch mit 25 Jahren, nach einem zweijährigen Kriegseinsatz, nach  der Kriegsmatura und nach einem vierjährigen Theologiestudium stand ich vor meiner Priesterweihe. Zusammen mit 27 Weihekollegen wurden wir im Heiligen Jahr 1950 in unserem Mariendom zu Linz zum Priester geweiht. Da gab es viele Vorbereitungen. Unter anderem mussten wir uns um die sogenannten Primizbildchen kümmern. Auf diesen Bildchen wurde unter unserem Foto auch unser Primizspruch angebracht. Da fand ich im 1. Johannesbrief jenen kurzen Satz: Gott ist die Liebe! Dieser prägnante Satz war wohl der kürzeste Primizspruch aller meiner 27 Weihekandidaten . Diesen Satz wollen wir auch über das Evangelium vom Verlorenen Sohn setzen.

Diese Einleitung zum heutigen Evangelium sagt viel aus :
In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören.
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten:
Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen
.“
Wir verstehen den Ärger der Pharisäer, sie verstanden sich als Hüter der Paragraphen und der Buchstaben.  Ihr ständiger Vorwurf: „Er lässt sich mit den Sündern ein und isst sogar mit ihnen." Wie kann man nur? Ein Mensch, der auf sich hält, gibt sich nicht mit dem armen Volk ab!

In der Nachfolge Christi ist es entscheidend, dass wir der Heuchelei und dem Lügen den Kampf ansagen und uns auch selbst nichts vormachen. .“ Heuchelei, das sei eine geistliche Schizophrenie– sie bestehe darin, dass man vieles predige, ohne sich aber selbst daran zu halten“ so Papst Franziskus.

Gott ist die Liebe

Gott kommt
nicht mit äußerer Macht, sondern er kommt in der Ohnmacht seiner Liebe, die seine Macht ist. Er gibt sich in unsere Hände. Er bittet um unsere Liebe. Er lädt uns ein, selbst klein zu werden, von unseren hohen Thronen herunterzusteigen und das Kindsein vor Gott zu erlernen.
Wir übersehen oft, daß Jesus in der Taufe am Jordan sich unter die Sünder einreihte und mit ihnen hinabstieg in die dunklen und schmutzigen Fluten, um den Menschen da abzuholen, wo er zu finden ist: in der Not und in der Verlorenheit der Schuld. „Er geht dem Verlorenen nach, bis er ihn gefunden hat."
Der Empfang des Heimkehrers und  die Großzügigkeit des Vaters setzen in Erstaunen; es gibt keinen Vorwurf und keinen Tadel für den Heimgekehrten. Der Vater hat wohl jeden Tag Ausschau nach seinem verlorenen Sohn gehalten, ja er läuft ihm sogar entgegen und lässt ein großes Fest feiern. Die tröstliche Botschaft für uns alle: Gott geht uns entgegen! Gott holt uns heim!

 

11.9.19 20:05
 
Letzte Einträge: C: 32. Sonntag im Jahreskreis: Der Gott der Lebenden, C: Christkönigsfest: „Was Bedürfnis der Zeit, ist Gottes Wille.", A: 4. Gott greift ein!


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Oliver (17.9.19 10:43)
Mich würde interessieren, ob Sie als Priester, der noch den Weltkrieg erlebt hat, die Theorien von Victoria Rationi bezüglich Vatersehnsucht (abwesende Väter - Soldaten) als Motiv für den Priesterberuf bestätigen können (aktuelles Buch: "Das Religionsparadox"?

Beste Grüße, O. Jaschke

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