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C: Weißer Sonntag: Thomas heute!

 
C: Weißer Sonntag: Thomas heute!

„Bruderliebe" 19. 4. 2020

 

1.) Thomas ist uns nicht fremd. Aber so fremd wie in diesem Jahr war er uns noch nie! Im Evangelium dieses Sonntags spüren wir noch das Nachbeben vom Karfreitag, aber nicht das Nachbeben vom Corona-Virus! Für den Apostel Thomas war die niederschmetternde Erfahrung vom Tod Jesu am Kreuz, so überwältigend, dass er die Berichte seiner Mitapostel Jesus sei von den Toten auferstanden, nicht glauben konnte.

Versuchen wir, uns in die Lage von Apostel Thomas hinein zu denken:

Als junger Fischer am See Genezareth folgt er mit Begeisterung diesem Rabbi Jesus von Nazareth. Die Worte, aber auch die vielen Krankenheilungen wecken seine jugendliche Begeisterung.

Dieser junge Idealist war aber zu tiefst enttäuscht: Am

Karfreitag muss er erleben: Mit dem Kreuzestod von Jesus bricht alles kläglich zusammen, In seiner Enttäuschung hat er sich vor den anderen Jüngern abgesondert. Als die ihn zurückholen wollten und ihm sagten: Wir haben den Herrn gesehen. Da entgegnete er ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf holt der Auferstandene diesen so enttäuschten jungen Idealisten ganz nahe zu sich: „Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig:" Da fällt Thomas seinem Herrn zu Füssen und kann nur stammeln: Mein Herr und mein Gott!

2.) Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.

Auch in unseren Tagen verlangen viele nach Zeichen, nach positiven Erfahrungen, die erkennen lassen, dass Jesus lebt. Die Erzählung über das Verhalten von Thomas zeigt, dass Gott für dieses Verlangen Verständnis hat. Der heutige Sonntag der Barmherzigkeit ist so ein hoffungsvolles Zeichen für unsere Zeit. Gerade heuer brauchen wir seine Barmherzigkeit! Es gibt nicht nur die physische Gehörlosigkeit, die den Menschen weitgehend vom sozialen Leben abschneidet. Es gibt eine Schwerhörigkeit Gott gegenüber, eine spürbare Erfahrung unserer Zeit! Vergessen wir vor allem nicht, den vielen Frauen und Männern zu danken! Sie setzen sich bis zur Erschöpfung für unsere Kranken und Sterbenden ein. Nur Gott kann ihnen diesen Dienst für die Mitmenschen danken!

Ich darf schließen mit den Worten des lebenserfahrenen Kard. Franz König:

Paulus hat gesagt: „Wenn Christus nicht auferstanden wäre, dann wäre mein Glaube sinnlos". Man sagt immer wieder, die Auferstehung sei historisch nicht nachzuweisen. Wieso? Sie ist historisch genauso nachzuweisen, wie zu allen Zeiten Tatsachen nachgewiesen wurden, nämlich durch Zeugen.

 

Einer dieser Zeugen ist Thomas, der Zweifler. Er konnte sich handgreiflich überzeugen, da der Auferstandene zu ihm sagte: Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite!

 

 

4.4.20 18:47
 
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