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Josef Kammerer, bin Pfarrer in Ruhe. Habe bereits 94 Jahre auf meinem Buckel. Ich wohne im Altenheim "Bruderliebe" Herrenstr.. 12, 4600 Wels. Ich möchte Interessierte an meinen Sonntagspredigten teil nehmen lassen.

 

Alter: 93
 


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C: Christi Himmelfahrt: Der Blick in die Heimat

C: Christi Himmelfahrt:  Der Blick in die Heimat
 „Bruderliebe“ Do.30.5.19, 8 Uhr

1.) Der Blick in die Heimat.
Die Generation, die jene schreckliche Not miterleben musste, die über unsere Heimat nach dem 2.Weltkrieg herein gebrochen ist, schrumpft immer mehr zusammen. Knapp in Zahlen  ausgedrückt: 11,73 Millionen Deutsche kamen durch Vertreibung in den Westen.
 2,111 Millionen Menschen kamen dabei ums Leben.
Er hatte ihn überstanden, jener  Bauer,  diesen grausamen Brünner Todesmarsch im Frühsommer 1945. Mit Frau und Kind musste er seinen schönen Hof südlich von Brünn schweren Herzens überzurücklassen, sie mussten sich dem langen Zug der vertriebenen Deutschen anschließen. Ein Zug des Jammers, getrieben von tschechischen Partisanen, die unbarmherzig einschlugen, wenn jemand nicht mehr weiter konnte.. So wurden sie über die österreichische Grenze getrieben..
 In Wien, in einer großen Barackensiedlung fand er eine notdürftige Bleibe. Bei einer Baufirma fand er Arbeit und verdiente sich einen kargen Lohn. Wenn er so an den Schutthaufen schaufelte, da musste er  immer wieder an seine blühenden Felder und Wiesen daheim in Mähren denken
Aber an Sonntagen, da kratzte er sein mühsam verdientes Geld zusammen und leistete sich das Fahrgeld für einen Bus, der ihn durchs Waldviertel ganz oben an die tschechische Grenze führte. Dort stieg er auf eine Anhöhe. Den ganzen Nachmittag verbrachte er damit, um hinüber zu schauen, wo  er weit im Norden seine geliebte Heimat und die Gräber seiner Lieben wusste.
Wer von uns könnte das nicht verstehen, diese große Sehnsucht nach der Heimat. Soll nicht Christi Himmelfahrt für uns Christen ein Blick in die Heimat bedeuten?

2.)Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.

 

Die Ratlosigkeit der Menschen damals ist durchaus verständlich. Sie schauten traurig zum Himmel, weil Jesus ihren Blicken entzogen wurde und sie wissen sich dieses Ereignis nicht zu deuten, genauso wie die sonstigen Erscheinungen des auferstandenen Jesus zunächst Staunen, Erschrecken, Ratlosigkeit hervorgerufen haben.

 

3.)Kirche unterwegs - pilgernde Kirche

Die Zeugen der Himmelfahrt des Herrn sollen nicht gleichsam sehnsüchtig nach dem Himmel starren, sondern werden auf die Erde verwiesen.

Jesus hat den Zurückbleibenden einen Auftrag gegeben:

„ Darum geht zu allen Völkern,
und macht alle Menschen zu meinen Jüngern

 Diese kleine Schar von Jüngern hat einen Auftrag erhalten, der alle menschlichen Maßstäbe übersteigt.
 Dieser Auftrag Jesu gilt auch  uns. Wir sind diese pilgernde Kirche! Natürlich leidet sie auch heute unter  menschlichen Grenzen und Schwächen. Aber Jesus  sagt: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“.

24.5.19 21:10, kommentieren

C: 6. So. i. d. Osterzeit: Der Heilige Geist leitet die Kirche!


C: 6. So. i. d. Osterzeit: Der Heilige Geist leitet  die Kirche!
„Bruderliebe“26.5.2019

Das Wort Jesu: “Ich gehe fort und komme wieder zu euch.”
trifft die junge  Kirche hart.
Machen wir uns doch nichts vor: Die Apostel und die junge  Kirche stehen vor einer unmöglichen Aufgabe: „Geht hinaus in die ganze Welt und lehret alle Völker
Jesus weiß darum. 
Gerade darum gibt er ihnen das so tröstliche  Versprechen:
1.) Der Beistand aber, der Heilige Geist,  den der Vater in meinem Namen senden wird,
der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe

Damit sie diese große Aufgabe meistern können, lässt er sie nicht allein.
Jesus hat ihnen und uns allen seinen Beistand mitgegeben, den Heiligen Geist.
Gerade
die junge Kirche braucht so notwendig seine  Hilfe  
Denken wir  an diesen Bericht aus  der Apostelgeschichte:
Da kommen so religiöse Eiferer und bringen die getauften Heidenchristen in Verwirrung. Sie sagen:„Wenn ihr euch nicht nach dem Brauch des Mose beschneiden lasst,
könnt ihr nicht gerettet werden.“

Was tun? Eine Schicksalsfrage für die ganze Zukunft der Kirche: Hätte man diesen Eiferern gefolgt, wäre aus der Kirche eine jüdische Sekte geworden.
Der Heilige Geist hat seine Kirche im Laufe ihrer nun schon 2.000jährigen Geschichte nicht verlassen trotz allem menschlichen und selbstbewussten Machtstrebens. Mit Recht sagte der lebenserfahrene Kardinal König: „"… wenn die Kirche nur Menschenwerk wäre, … so wäre sie schon längst zugrunde gegangen".

2.) Wie steht es um die Kirche heute?

Wir freuen uns, dass Papst Franziskus unsere Kirche  verbunden  mit  dem Heiligen Geist sieht, wenn er sagt:
„Um es klar zu sagen: der Heilige Geist ist für uns eine Belästigung. Er bewegt uns, er lässt uns unterwegs sein, er drängt die Kirche, weiter zu gehen. Aber wir sind wie Petrus bei der Verklärung: ,Ah, wie schön ist es doch, gemeinsam hier zu sein.‘ Das fordert uns aber nicht heraus. Wir wollen, dass der Heilige Geist sich beruhigt, wir wollen ihn zähmen. Aber das geht nicht. Denn er ist Gott und er ist wie der Wind, der weht, wo er will. Er ist die Kraft Gottes, der uns Trost gibt und auch die Kraft, vorwärts zu gehen. „
Solche ermutigenden Worte müssen wir den glaubensmüde geworden Christen des alten Europa in Stammbuch schreiben. Wir dürfen vor dem Anruf des Heiligen Geistes nicht drücken!
Der große Ambrosius hat gesagt:
"nescit tarda molimina Spiritus Sancti gratia," Frei übersetzt:.“Der Anruf des Heiligen Geistes kennt kein langsames Dahinschleichen“.
Einer, der sich dem Ruf des Heiligen Geistes ganz  gestellt hat, war der bescheidene Papst Johannes XXIII .Ohne lang die Kardinäle zu befragen, hat er das  bahnbrechende 2. Vatikanische Konzil einberufen.
Treffend  seine Worte:

"Wir sind nicht auf der Erde,
um ein Museum zu hüten,
sondern um einen Garten zu pflegen,

der von blühendem Leben strotzt
und für eine schöne Zukunft bestimmt ist."

22.5.19 13:39, kommentieren