my Layout photo layout_zpsfqz1bjnp.jpg

Josef Kammerer, bin Pfarrer in Ruhe. Habe bereits 95 Jahre auf meinem Buckel. Ich wohne im Altenheim "Bruderliebe" Herrenstr.. 12, 4600 Wels. Ich möchte Interessierte an meinen Sonntagspredigten teil nehmen lassen.

 

Alter: 95
 



Werbung



Blog

A: 1. Fastensonntag: Eine wesentliche Frage unserer Zeit

 A: 1. Fastensonntag: Eine wesentliche Frage unserer Zeit

“Bruderliebe”,  1. 3. 2020

Ein Tourist darf in einem Kloster bei Kartäusermönchen übernachten.
Er ist erstaunt über die spartanische Einrichtung ihrer Zellen und fragt einen Bruder:
“Wo habt ihr eure Möbel?“ Schlagfertig fragt der Mönch zurück: “Ja, wo haben Sie denn Ihre?“
“Meine?, erwidert darauf der Tourist verblüfft.
“Ich bin ja nur auf der Durchreise hier!“ „Eben“, antwortet der Mönch, „das sind wir auch.“
Fastenzeit – Zeit der Gnade-Zeit der Besinnung
Worauf kommt es in meinem Leben an?
“Ich bin ja nur auf der Durchreise hier!“
Lesungen und Evangelium des 1. Fastensonntags wollen uns helfen, uns auf wesentliche Fragen unseres Christseins zurückzuführen
In der 1. Lesung von heute:
Darauf sagte die Schlange zur Frau:
Nein, ihr werdet nicht sterben.
Gott weiß vielmehr:
Sobald ihr davon eßt, gehen euch die Augen auf;
ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.
Die bedrohende Verführung für die Menschen aller Zeiten:
Sein wie Gott!

Unsre Vorfahren hatten erstens Kenntnis von der Bibel und zweitens  zeichneten sie sich durch Humor aus.
So beweist das  ein altes Bild an der Wand einer verrauchten Wirtshausstube: Schon etwas vergilbt wird der bekannte Turmbau von Babel dargestellt. Wie Ameisen schwirren da die Menschen durcheinander. Sie alle sind an der Arbeit. Wollen sie doch ein himmelhoch ragendes Bauwerk errichten. Auf den darüber liegenden Wolken tut sich ein Fenster auf. Heraus schaut ein betagter Mann mit grauweißem Bart. Darunter ist der markante Satz zu lesen: „ Da Herrgott schaut beim Fenster raus und sagt: Da wird nix draus!“
Ein Wort, das wir ins Stammbuch der Menschheitsgeschichte schreiben sollten. Dort, wo der Mensch in Überheblichkeit nur auf sein Können berufen will. Da gilt jenes: „Da wird nix draus!“
Treffend die Worte unseres Papstes: Triumphalismus in der Kirche bremst die Kirche. Triumphalismus unter Christen bremst die Christen.“, Der Papst warnt uns vor dem Streben nach weltlichem Erfolg ohne das Darbringen von Opfern. Er rief die Kirche zu Demut auf:
„Bitten wir den Herrn darum, keine Kirche auf halbem Weg' zu sein, keine triumphalistische Kirche, keine Kirche der großen Erfolge, sondern eine demütige Kirche, die mit Entschiedenheit vorangeht, wie Jesus.“
Es soll uns vor allem trösten, zu wissen:
Gottes Barmherzigkeit ist größer als unser menschliches Versagen.
Am Sonntag nach Ostern wird in manchen Pfarren der Sonntag der Barmherzigkeit gefeiert.

Es täte uns allen recht gut, wenn wir der unfassbaren Barmherzigkeit Gottes, mehr Platz geben. Denn die übergroße Barmherzigkeit Jesu ist das Tor unserer Hoffnung
Im  Evangelium von den Versuchungen Jesu:
Jesus aber antwortete: In der Schrift heißt es:
Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort,
das aus Gottes Mund kommt.

Die Zukunft von uns Menschen ist nicht so sehr eine Brotfrage, Sie ist wesentlich eine Gottfrage

11.2.20 10:51


A: 7. So. i. Jkr.: Liebt eure Feinde!

 A: 7. So. i. Jkr.: Liebt eure Feinde!

„Bruderliebe“ 23. 2. 2020

Ihr sollt also vollkommen sein,
wie es auch euer himmlischer Vater ist.
Auf solche, für uns unerreichbare Höhe will uns Jesus in seiner Bergpredigt führen.
Gott hat uns Menschen mit so vielen Begabungen beschenkt. Aber kein Mensch ist dem anderen gleich. Wo Menschen zusammen leben, gibt es auch Reibereien.
Für das Zusammenleben von Menschen ist einfach der Wille zum Frieden notwendig. Damit menschliche Zwistigkeiten nicht ausarten, hat Gott schon im Alten Bund, im Buch Exodus, die einschränkende Regel aufgestellt: Auge um Auge, Zahn um Zahn
Das heißt, du darfst deinem Mitmenschen nicht mehr Schaden zufügen als er dir selbst geschadet hat.
Mit dieser in den Schriften des Alten Bundes festgelegten Regelung räumt Jesus gründlich auf. Ja er fordert das Gebot der Feindesliebe:

Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen!
Wir müssen zugeben, da tun wir schon sehr schwer, Jesus zu folgen.
Was uns aber an Jesus so imponiert: Er hat das nicht nur gesagt, nein, er hat das auch vorgelebt:
In jener schrecklichen und brutalen Marter seiner Kreuzigung betet er noch für seine herzlosen Peiniger: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.
Die ersten Christen haben sich redlich bemüht, dieses schwere Gebot der Feindesliebe auch zu leben.
Denken wir nur an den ersten Märtyrer Stephanus. Bevor ihn der tödliche Schlag bei der grausamen Steinigung traf , sank er in die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Nach diesen Worten starb er.
Wir wissen viel über die grausamen Christenverfolgungen im Römerreich. Nur wenig wissen wir über die Christenverfolgungen der heutigen Zeit:
Nach Einschätzung des Vatikan werden jedes Jahr weltweit mehr als 100.000 Christen wegen ihres Glaubens getötet. „ Er beruft sich auf den Ständigen Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen .
Islamisten haben im Nordosten Nigerias in den letzten Jahren mehr als hundert Zivilisten massakriert. Wie der örtliche Senator  sagte, töteten die mutmaßlichen Mitglieder der Gruppe Boko Haram 106 Menschen.Seit 2009 wurden bei Angriffen der Boko Haram tausende Menschen getötet..

Eine tragische Figur unserer Zeit, der Präsident der USA mischt sich einseitig in den schon jahrzehnte langen Zwist zwischen Israel und Palästina ein und macht jede Friedensaussicht  zunichte

Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen!
Dieses Wort Jesu aus der Bergpredigt steht doch im diametralen Gegensatz zu den Kriegen, die auch in unserer Zeit geführt werden.
Der gläubige Hindu Mahatma Gandhi, der die Bergpredigt genau durchstudiert hat, sagte einmal: „Auge um Auge führt nur dazu, dass die ganze Welt erblindet.“
Der Geist der Bergpredigt soll uns helfen, die Kriege auszurotten. Jeder Krieg ist doch eine traurige Niederlage des menschlichen Geistes.  Beim Stand der hohen technischen Entwicklung von heute stellt sich die brennende Frage: Entweder es gelingt der Menschheit , die Kriege abzuschaffen oder es wird den Kriegen gelingen, die Menschheit abzuschaffen.

11.2.20 10:37


A: 6. So. i. Jkr.: Die Kraft des Vergebens.

 A: 6. So. i. Jkr.: Die Kraft des Vergebens.
„Bruderliebe“ 16.2. 2014

Vielen, die das Heilige Land besuchen durften, wird jener Berg der Seligpreisungen in Erinnerung geblieben sein. Jener Berg am Nordrand des See Genesareth mit der bekannten Kirche der Seligpreisungen. Hier hat Jesus seine Bergpredigt gehalten. Die Bergpredigt begleitet  uns  in diesen Sonntagen.
Es sind viele Themen, die Jesus in seiner Bergpredigt aufklingen lässt. Heute unter anderem die Botschaft vom Gesetz, vom Vergeben. Er unterscheidet sich haushoch von der Sturheit und Enge der Schriftgelehrten und Pharisäer:
Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist
als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer,
werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen
Im Zentrum unseres Glaubens stehen nicht Lehrsätze. Im Zentrum des Christentums steht eine Person und mit ihr das Kommen der Gottesherrschaft in und durch Jesus Christus.
1. Jesus geht es vor allem um den Menschen,
besonders um den Menschen, der seine Hilfe braucht. Es geht ihm vor allem um die Armen, die Kranken um die Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen.
Jesus kommt uns mit seiner unbegreiflichen Barmherzigkeit entgegen. Gerade deshalb verlangt er mit drastischen Worten, dass auch wir einander vergeben sollen.
Die schrecklichen Kriege auch in der heutigen Menschheisgescheitsgschichte unterstreichen die Aktualität seiner Worte.
Von uns Christen erwartet Jesus, dass wir seine Friedensbotschaft in die zerrissene Welt von heute hereintragen. Wir können uns vieler technischer Fortschritte rühmen. Aber wie steht es um Fortschritte der wahren Menschlichkeit, der Friedensbereitschaft?
Gerade die Generation, die den schrecklichen 2. Weltkrieg erleiden musste, kann verstehen, wie wahr die Worte des damaligen Papstes Pius XII waren, da er kurz vor Kriegsausbruch den Verantwortlichen zugerufen hat: Nichts ist verloren durch den Frieden, alles kann verloren gehen durch den Krieg!
Unsere Generation, die sich der vielen  Fortschritte in der Wissenschaft und der Technik  rühmt, muss eingestehen: Jeder Krieg ist eine Niederlage des menschlichen Geistes.
Im vorigen Monat haben wir den 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz begangen. Millionen Menschen mussten dort unter grausamen Bedingungen ihr Leben lassen. Denken wir nur an die deutsche Ordensschwester Edith Stein!
In der Bergpredigt drängt uns Jesus¸
2.) einander zu vergeben.
geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder,
dann komm und opfere deine Gabe!
Dieses wichtiger Jesuswort wollen wir herein stellen in unsere so verfahrene und zerstritten Zeit!
Aus vielen Erfahrungen wissen wir, dass uns das Vergeben nicht immer leicht fällt.
Der große Inder Mahatma Gandhi hat ins Schwarze getroffen mit seinem Wort:
Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken!
Der Wunsch zu vergeben fordert uns heraus, dass wir uns in Vertrauen und Hoffnung Gott überlassen: wir anerkennen voll Vertrauen, dass wir nicht alles in der Hand haben müssen, sondern von der Hand eines Anderen gehalten sind; und wir setzen auf die Hoffnung, dass dort, wo wir selbst  nicht weiterkommen, Gott noch lange nicht am Ende ist.  Beten wir füreinander.




 

4.2.20 14:49


 [eine Seite weiter] Gratis bloggen bei
myblog.de